• vom 18.05.2016, 17:59 Uhr

Stadtpolitik

Update: 19.05.2016, 11:35 Uhr

Start-up

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Von Bernd Vasari

  • Studie bestätigt: Wien ist als Standort für Start-ups im internationalen Vergleich nicht relevant.

Im Hintertreffen befindet sich Wiens Ökosystem für Start-ups. - © Ana Barros

Im Hintertreffen befindet sich Wiens Ökosystem für Start-ups. © Ana Barros

Wien. Steigende Arbeitslosenzahlen und eine schwächelnde Wirtschaft: Der Wirtschaftsstandort Wien erlebt derzeit schwierige Zeiten. Ein Grund dafür sei das schwach ausgeprägte Ökosystem für Start-ups, dass Städten wie Berlin, London oder Paris hinterherhinken würde. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von den Unternehmensberatern Roland Berger und der Start-up-Plattform Pioneers. Mehr als 50 Interviews wurden dafür mit erfolgreichen Vertretern aus der Wirtschafts- und Gründerszene geführt und 318 Start-ups mit 2392 Mitarbeitern beleuchtet.

"Wien wird international nicht als Start-up Hub wahrgenommen", sagt Andreas Tschas, Gründer und CEO von Pioneers. Rudolf Kemler, Seniorpartner von Roland Berger, fügt hinzu: "Es ist höchste Zeit, die Kräfte zu bündeln." Für ihn ist fehlender Mut dafür ausschlaggebend, dass Wien wirtschaftlich zurückfällt.


Neben der Problemfindung wurden in der Studie mehrere Handlungsempfehlungen erörtert. Mit diesen könnte das Wiener Ökosystem auf europäisches Spitzenniveau gehoben werden, heißt es.

Kemler nimmt dabei die Großunternehmen in die Pflicht, die mehr investieren sollten. In der Gründerphase der Start-ups würde dies schon gut funktionieren. Eine Lücke gebe es jedoch in der Phase, in der Jungunternehmen expandieren wollen. Um diese Lücke zu schließen, wird etwa der Zusammenschluss mehrerer großer Unternehmen zur Auflage eines Start-up-Fonds in der Größe von 100 bis 300 Millionen Euro gefordert.

"Früher waren in dieser Phase die Banken zur Stelle. Seit Basel III ist das aber nicht mehr möglich." Mit Basel III (2014) reagierte die Europäische Union auf die Wirtschaftskrise von 2008 und verschärfte die Banken-Eigenkapitalvorschriften.

Zentraler Start-up-Campus gefordert
Weiters sollten sich die Großunternehmen bei der Errichtung eines zentralen Start-up-Campus engagieren. Eine Jury soll dabei über die Aufnahme entscheiden, um dann Gründer, Unternehmer, Universitäten und Investoren miteinander zu verknüpfen.

"In Österreich ist genügend Kapital vorhanden, um größere Finanzierungen zu leisten", sagt Tschas. Um privates Kapital freizuspielen, müssten aber die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Eine Möglichkeit wäre die Einführung eines Beteiligungsfreibetrages von 100.000 Euro zur Förderung von Privatinvestitionen in Start-ups.

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Dokument erstellt am 2016-05-18 18:02:05
Letzte Änderung am 2016-05-19 11:35:54


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