• vom 12.11.2016, 08:00 Uhr

Stadtpolitik

Update: 14.11.2016, 09:47 Uhr

Ernst-Happel-Stadion

Wiens altes Oval




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Von Matthias Petritsch

  • Das Ernst-Happel-Stadion im Prater ist veraltet. Der ÖFB wünscht sich einen Neubau, die Stadt will renovieren.

Das Ernst-Happel-Stadion ist 85 Jahre alt. Internationale Highlights finden hier keine mehr statt. - © Rösner

Das Ernst-Happel-Stadion ist 85 Jahre alt. Internationale Highlights finden hier keine mehr statt. © Rösner

Wien. 29. Juni 2008. Nach einem Pass von Barcelona-Legende Xavi und einer Unachtsamkeit von Verteidiger Philipp Lahm erzielt der Spanier Fernando Torres das Siegestor im Wiener EM-Finale gegen Deutschland. Für die Iberer ist es das Ende einer 44-jährigen Durststrecke bei fußballerischen Großereignissen. Gleichzeitig ist es aber der Beginn einer anderen Durststrecke. Jener des traditionsreichen Ernst-Happel-Stadions.

Denn das Endspiel der Fußball-Europameisterschaft war das letzte internationale Highlight in dem in die Jahre gekommenen Oval im Prater. Das 1931 eröffnete einstige Vorzeigestadion, in dem insgesamt viermal die begehrteste Trophäe im europäischen Klubfußball vergeben wurde, genügt den Ansprüchen der heutigen Zeit nicht mehr.


Der jüngste Höhenflug des Nationalteams in der Qualifikation für die Europameisterschaft in Frankreich und die damit verbundene Faneuphorie rückten diese Problematik wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Sportminister Hans Peter Doskozil wagte sich Anfang des Jahres als Erster aus der Deckung und sprach sich offen für einen Neubau aus.

Sportstadtrat dämpft
die Erwartungen

Der Wiener Kultur- und Sportstadtrat Andreas Mailath-Pokorny kündigte schließlich im Februar eine umfassende Studie als Grundlage für das weitere Schicksal des Praterovals an. Diese sollte klären, ob eine Renovierung oder ein Neubau der Arena, möglicherweise auch an einem anderen Standort, sinnvoller ist. Zudem muss geprüft werden, ob ein kompletter Abriss der Spielstätte aus rechtlichen Gründen überhaupt möglich ist. Gegenüber der "Wiener Zeitung" zeigt sich Mailath-Pokorny hinsichtlich des vom ÖFB und vielen Fans favorisierten Neubaus allerdings skeptisch.

"Das Stadion steht unter Denkmalschutz. Und es ist keine Ruine", heißt es aus dem Büro des Stadtrates gegenüber der "Wiener Zeitung". Dort schätzt man die Chancen für eine umfassende Renovierung deshalb deutlich höher ein als für eine völlige Schleifung des Stadions. Dennoch will man sich nicht ganz in die Karten blicken lassen. Sobald die Ergebnisse der Studie vorliegen, sollen diese umfassend mit Ministerium und ÖFB diskutiert werden. Vom Tisch scheint also auch ein Neubau noch nicht ganz zu sein. Dieser wird vom ÖFB klar der Renovierung vorgezogen. Kosmetische Operationen der "alten Dame" seien nicht mehr sinnvoll, wie Präsident Leo Windtner bereits mehrfach anmerkte.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2016-11-11 17:20:06
Letzte ─nderung am 2016-11-14 09:47:07



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