• vom 01.12.2016, 08:00 Uhr

Stadtpolitik

Update: 01.12.2016, 11:26 Uhr

Wohnen

Leistbares Wohnen, aber wie?




  • Artikel
  • Lesenswert (3)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Wohnbau-Stadtrat Michael Ludwig will Bauverfahren beschleunigen, Umland einbinden - Diskussion mit "Wiener Zeitung".

Architekt Wimmer (l.), Stadtrat Ludwig, WZ-Chef Göweil, TU-Expertin Kokalanova, Georgetta Rafailova (Sofia).

Architekt Wimmer (l.), Stadtrat Ludwig, WZ-Chef Göweil, TU-Expertin Kokalanova, Georgetta Rafailova (Sofia).© Stanislav Jenis Architekt Wimmer (l.), Stadtrat Ludwig, WZ-Chef Göweil, TU-Expertin Kokalanova, Georgetta Rafailova (Sofia).© Stanislav Jenis

Wien. Leistbares Wohnen zählt zu den brennenden Problemen in jeder größeren Stadt. In Wien vielleicht sogar ein bisschen mehr, wenn auch aus einem grundsätzlich erfreulichen Grund: Es gibt in Europa keine andere Hauptstadt, die so schnell wächst. Vor zwei Jahren ging man noch davon aus, dass Wien 2025 die Zwei-Millionen-Einwohner-Marke knacken würde, aktuell wurde der Zeitpunkt auf 2022 vorverlegt.

In einer Podiumsdiskussion, die vom Architekturbüro Albert Wimmer, EuroComm und der "Wiener Zeitung" veranstaltet wurde, skizzierten Experten ihre Meinungen, was zu tun ist.


Wohnbau-Stadtrat Michael Ludwig erneuerte in seiner Präsentation das Ziel, die Wohnbauleistung in Wien zu erhöhen und zu beschleunigen. So soll die Zeitspanne vom Bauträger-Wettbewerb bis zur schlüsselfertigen Übergabe der Wohnung auf 32 Monate reduziert werden. "Ich bleibe bei meinem Ziel, den Wohnbauförderungsbeirat abzuschaffen, das bringt uns zwei bis vier Monate Zeitgewinn." Die FPÖ blockierte dies im Gemeinderat, Ludwig wird es aber erneut aufs Tapet bringen.

Einfacher, kleiner, billiger
Die Wohnbauleistung soll auf 13.000 Wohnungen hochgeschraubt werden, ein durchaus ambitioniertes Ziel, daher auch sein Zusatz "mittelfristig". Die ebenfalls laufende Smart-Wohnungsoffensive soll die Wohnungen einfacher machen - sprich: billiger.

Und Ludwig verwies erneut darauf, dass der Wohnfonds strategisch Grundstücke kauft und auf einer Reserve von 2,8 Millionen Quadratmeter "sitzt". Das Problem derzeit sind die niedrigen Zinsen, sodass viele Investoren in Immobilien ausweichen. Der deutlich gestiegene Liegenschaftspreis führe dazu, sagte Ludwig, dass es im Moment nahezu unmöglich ist, zusätzliche Flächen zu erwerben. Ein Ausweg lautet: Einbindung des Umlandes. Ludwig will die Kooperation mit Niederösterreich und dem Burgenland ausbauen, um das Wachstum der Stadt besser verteilen zu können. Dazu gibt es eine grundsätzliche Vereinbarung, allerdings erweisen sich föderalistische Systeme nicht immer als hilfreich, wie anwesende Bauexperten betonten.

Architekt Albert Wimmer, der den Wiener Hauptbahnhof plante, verwies auf Beispiele in Berlin und New York, da es vor allem bei kleinen Wohnungen einen enormen Bedarf gibt. Corbusiers "Wohnmaschine" in Berlin hat sich zum Top-Spot gemausert, obwohl die Wohnungen dort sehr klein sind. Er verwies auch auf architektonische Konzepte, in denen versucht wird, die vorhandene Fläche bestmöglich zu nutzen, etwa bei Küchen. "Kleinere Wohnungen bedeuten auch niedrigere Mieten." Da die Zahl der Single-Haushalte steigt, werden Wohnungen um 40 Quadratmeter verstärkt nachgefragt, doch von denen gibt es zu wenige.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2016-12-01 11:23:09
Letzte ńnderung am 2016-12-01 11:26:42



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Und sie läuft und läuft . . .
  2. Breitspurig nach Wien
  3. Sima erteilt Umweltzonen in Wien eine Absage
  4. Prozess um chinesische Sexstudios
  5. "Wir wollen 2033 auf dieser Bahn fahren"
Meistkommentiert
  1. Lauer Sekt, heiterer Präsident
  2. Grüne Wirtschaftskrise
  3. "Politik ist auf Desintegration ausgerichtet"
  4. Ludwig tritt am 24. Mai die Nachfolge von Häupl an
  5. Forum gegen Antisemitismus beklagt Allzeithoch

Werbung



Siemensgebäude

Der Investor und das Kreta-Viertel

In den tristen Betonbauten findet Zwischennutzung im großen Stil statt. - © Phillipp Hutter Wien. Am Rande von Kreta steht ein Zaun. Er soll nicht Flüchtlinge davon abhalten, Griechenland zu betreten. Er soll Wiener davon abhalten... weiter




Zwischennutzung

Die Hegemonie über die Zwischenwelt

Ein Gelände, zwei Welten: Auf der einen Seite ein geförderter Zwischennutzungs-Hub bei der Karl-Farkas-Gasse in Neu Marx . . . Wien. Es gibt Entwürfe, die in der Schublade verschwinden. Andere, die realisiert werden. Und dann gibt es jene Entwürfe... weiter





Werbung


Ottakring

Spekulationen um "a guade Adress’"

Der Grund des "Heurigen Binder" am Gallitzinberg wird verkauft. - © Shukoor Wien. Bodenständige Küche und ein herrlicher Blick über Wien: Sie zeichneten den Heurigen "Zum Binder" am Gallitzinberg in Ottakring aus... weiter




Stadtentwicklung

Zu hoch geplant

Wien. Nun lehnte auch der Bezirk die Bebauungspläne ab. Einstimmig votierten die Alsergrunder Parteien gegen den vorgeschlagenen Flächenwidmungsplan... weiter





Athen

Gründen gegen die Wirtschaftskrise

Athen. 42 Jahre nach dem Ende der Militärdiktatur ist Athen wieder auf dem Boden gelandet. Schlechte Jobchancen, zusammengekürzte Sozialleistungen und... weiter




Teheran

Irans Nerds

Über den Dächern Teherans eifern junge Männer und Frauen ihrem Idol Steve Jobs nach. - © Solmaz Khorsand Teheran. Lang und breit könnte Nasser Ghanemzadeh über sein Leid klagen. Darüber, wie quälend das Leben in einer Islamischen Republik ist... weiter






Werbung


Werbung