• vom 20.03.2017, 17:49 Uhr

Stadtpolitik


Lobbying

Buhlen um Arzneimittelagentur




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Von Nina Flori

  • Ein Besuch bei EMA-Direktor Guido Rasi in London, Lobbying und eine umfassende Konkurrenzanalyse -
  • die Bemühungen um die Ansiedlung der Europäischen Arzneimittelagentur in Wien laufen auf Hochtouren.

Die Europäische Arzneimittelagentur ist derzeit noch in London ansässig. Wien würde sie nicht nur 1000 neue

Die Europäische Arzneimittelagentur ist derzeit noch in London ansässig. Wien würde sie nicht nur 1000 neue

Wien. Der Executive Director der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), Guido Rasi, ist immer ein gefragter Mann. Schließlich steht er der Agentur vor, die Arzneimittel zur Markt-Zulassung empfiehlt, die 27 Prozent des weltweiten pharmazeutischen Marktes umfassen.

Seit feststeht, dass die EMA aufgrund des Brexit ihren bisherigen Standort in London verlassen muss, hat sich das Interesse an Rasi aber noch einmal erhöht. 14 EU-Mitgliedstaaten buhlen derzeit darum, die zweitgrößte Agentur der EU und ihre 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern künftig zu beheimaten.


Auch der Wiener Wirtschaftskammer-Präsident, Walter Ruck, war kürzlich in London, um Rasi zu treffen und Wien als möglichen Standort zu präsentieren. "Die Gespräche mit der EMA waren ganz wichtig für eine erfolgreiche Bewerbung. Wir wissen nun, was dafür nötig ist und kennen die härteste Konkurrenz. Das ist ein Vorteil", sagt Ruck im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". In der Wirtschaftskammer Wien (WKW) rechnet man, dass die formelle Bewerbung Wiens Ende März eingereicht werden kann.

Geht es nach Rasi, soll ein Großteil der Mitarbeiter an den neuen Standort mitkommen. Damit diese wissen, womit sie rechnen können, müsse die Standortentscheidung noch 2017 getroffen werden, betonte er gegenüber Ruck. Denn die EMA habe schon jetzt wegen der Standortunsicherheit Schwierigkeiten neue Mitarbeiter zu rekrutieren.

Entscheidung im Juni möglich
Die Entscheidung trifft schließlich der Europäische Rat, bestehend aus allen 27 Staats- und Regierungschefs. "Schon im Juni könnte es zu einer Abstimmung kommen", sagt Gabriele Führer, Leiterin der Abteilung Außenwirtschaft in der WKW. Im Frühjahr 2019 soll die Übersiedlung abgeschlossen sein.

"Unser großes Ziel ist es jetzt einmal, auf die Shortlist zu kommen, die dann zur Abstimmung gelangt", sagt Führer. Die Chancen dafür, schätzt man in der Wirtschaftskammer als hoch ein: Wien könne mit einer hohen Lebensqualität, im Vergleich zu anderen Ländern moderaten Lebenserhaltungskosten, einem guten Gesundheitssystem und einem umfassenden Freizeit- und Kulturangebot punkten.

Auch die Ansiedlungs-Kriterien der EMA, nämlich direkte Erreichbarkeit aller EU-Länder, Relevanz als Pharma- und Forschungsstandort, ausreichend Wohnraum für 900 Familien, internationale Schulen und ein verfügbares Bürogebäude erfülle Wien, meint Führer.

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Dokument erstellt am 2017-03-20 17:54:05



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