• vom 23.03.2017, 17:30 Uhr

Stadtpolitik


SPÖ-Klubtagung

"Will mit der Bildung aufräumen"




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  • Neuer Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky will "Bildungsgrätzel" ergänzend zum Campus-Modell einführen.

Wien. (rös/apa). "Ich will mit der Bildung aufräumen", sagte der neue Wiener Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) am Donnerstag bei der SPÖ-Klubtagung in Floridsdorf zur "Wiener Zeitung". Sein Plan: Kindergärten, Schulen und andere Einrichtungen wie Jugendtreffs und Büchereien sollen stärker vernetz werden. Ergänzend zu den Bildungscampus-Modellen sollen dadurch "Bildungsgrätzel" entstehen, so Czernohorszky, der das Projekt gemeinsam mit Stadtschulratspräsident Heinrich Himmer vorstellte.

"In der österreichischen Bildungspolitik ist meiner Ansicht nach über Jahrzehnte oft mit einem falschen Fokus gearbeitet worden", sagte Czernohorszky. Statt von der Struktur und den Lehrenden auszugehen, wolle er "um den einzelnen lernenden Menschen die Bildungseinrichtungen verstärkt vernetzen".


Bisher gibt es fünf Bildungscampus-Standorte, die Kindergarten und Schule an einem Standort vereinen, in Wien. Vier weitere Standorte sind derzeit im Bau, weitere vier in Planung. Zusätzlich zu diesen Neubauten soll die bereits bestehende Bildungsinfrastruktur stärker vernetzt werden. In Wien gebe es 90 Schulstandorte, an denen Volksschulen und Neue Mittelschule in unmittelbarer Nähe liegen, die sich also für ein sogenanntes Bildungsgrätzel eigneten. Einbezogen werden können nach den Vorstellungen des Bildungsstadtrats neben Kindergärten und Schulen Freizeiteinrichtungen, Jugendzentren, Volkshochschulen und Büchereien.

Fokus auch auf Burschen
Ein Beispiel dafür, das bereits im nächsten Schuljahr starten soll, sei das Gebiet rund um die Spielmanngasse im 20. Bezirk. Dort gibt es derzeit zwei Volksschulen, eine Singschule und einen städtischen Kindergarten. Bis zum Schuljahr 2018/19 werden die beiden Volksschulen um 16 NMS-Klassen für Zehn- bis 14-Jährige erweitert, die von der Volksschuldirektion geleitet werden.

Auch auf die "Burschenarbeit" will der Stadtschulrat einen stärkeren Fokus legen. "Spätestens seit der Studie, die Sandra Frauenberger zur Radikalisierung unter Jugendlichen präsentiert hat, ist klar, wir haben da ein Thema", sagte er. "Wir müssen an einem starken, selbstbewussten Männerbild arbeiten, aber an einem, das ohne Abwertung von anderen auskommt", betonte er. Im Sportbereich soll das zum Beispiel in Zusammenarbeit mit Kampfsportvereinen geschehen, in denen Trainer als positive männliche Vorbilder auftreten. Offenbar hat man sich hier das von Alexander Karakas initiierte Projekt "Not in Gods Name" als Vorbild genommen. Ein Projekt, das bereits vom Donaustädter Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy aufgegriffen wurde. Die NGO hat sich hier in erster Linie die Deradikalisierung von Jugendlichen zum Ziel gesetzt. Mittlerweile sind es rund 20 muslimische und christliche Sportler, die "Not in God’s Name" gewinnen konnte - unter ihnen etwa der Thaibox-Star Karim Mabrouk.

Ein weiteres Projekt, das der Bildungsstadtrat vorstellte, sind die "Summer Schools": An Wiener Schulen sollen in den Sommerferien vor allem Kindern mit Sprachdefiziten Förderangebote und Freizeitbetreuung zur Verfügung gestellt werden. "Das was Kinder in den Ferien brauchen, ist Hilfe, dass sie nicht zurückfallen - verbunden mit einem attraktiven Freizeitprogramm", betonte Czernohorszky.




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