• vom 09.05.2017, 16:59 Uhr

Stadtpolitik

Update: 11.05.2017, 17:27 Uhr

Vienna Ring Tram

Nicht auf Schiene




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Von Niklas Hintermayer

  • Stadtrechnungshofbericht kritisiert die wirtschaftliche Entwicklung der Vienna Ring Tram. Als Worst Case droht sogar das Aus.

Über 90.500 Fahrgäste zählte die Vienna Ring Tram 2015. Steigen die Kosten aber weiterhin, könnte 2020 Schluss sein. - © apa/Hochmuth

Über 90.500 Fahrgäste zählte die Vienna Ring Tram 2015. Steigen die Kosten aber weiterhin, könnte 2020 Schluss sein. © apa/Hochmuth

Wien. Das eine geht, etwas Neues kommt. Das gilt in diesem Fall auch für die Wiener Verkehrsbetriebe. Als 2008 die Streckenführung der Straßenbahnlinien 1 und 2 verändert wurde, nahmen dies die Wiener Linien zum Anlass, eine eigene Vienna Ring Tram einzurichten. Seit 2009 führt die gelb gefärbte Linie speziell Touristen über die Wiener Ringstraße. Waren es 2012 noch mehr als 64.000 Fahrgäste, kletterten diese auf über 90.500 im Jahr 2015.

Doch der Fahrbetrieb ist in Zukunft alles andere als gesichert. Denn der Stadtrechnungshof kritisierte in einem gestern veröffentlichten Bericht die Kostenentwicklung der Vienna Ring Tram. Die Prüfer kommen zu dem Ergebnis, dass der Betrieb nach wie vor nicht kostendeckend betrieben werden kann. Das liegt vor allem an den steigenden variablen Kosten: Im Beobachtungszeitraum von 2012 bis 2015 stiegen diese um 38.000 Euro auf rund 387.000 Euro an. Einen Großteil davon machten mit 268.800 Euro die Personalkosten aus.


Insgesamt, also nach den Deckungsbeitragsrechnungen, ergibt sich im geprüften Zeitraum jedoch ein Minus von 54.000 Euro. Sollte sich das zwischen 2017 und 2019 nicht bessern, stellt der Rechnungshof gar den Worst-Case in den Raum: Spätestens im Jahr 2020 wäre der Betrieb der Vienna Ring Tram einzustellen - so die Empfehlung Nummer 7.

Bereits Prüfbericht aus 2012
Aber alles der Reihe nach. Bereits 2012 prüfte das ehemalige Kontrollamt der Stadt Wien verschiedene Aspekte der Vienna Ring Tram. Die damals ausgesprochenen Empfehlungen werden nun in dem aktuellen Stadtrechnungshofbericht einer Nachprüfung unterzogen. Außerdem steht die wirtschaftliche Entwicklung seit 2012 im Blickpunkt.

Bei seiner Nachprüfung kommt der Stadtrechnungshof etwa zu dem Schluss, dass die angewandte Deckungsbreitragsrechnung der Wiener Linien nach wie vor wirtschaftlich ungünstig ist. Diese Rechnung ist für die Frage wichtig, ob der Betrieb der Vienna Ring Tram langfristig aufrechterhalten werden kann. Kurz gesagt: Ist der Betrieb rechnerisch gut nachvollziehbar.

Die Wiener Linien sollten sich nicht an einem "Auslastungs-Break-Even-Point" orientieren - vereinfacht gesagt, wie viele Fahrgäste die Ring Tram bestmöglich nutzen können. Vielmehr gibt der Stadtrechnungshof weiterhin "als Zielgröße die jährliche Deckung aller direkt dem Betrieb oder Vienna Ring Tram zuzuordnenden Kosten durch die Erlöse der Vienna Ring Tram" vor. In ihrer Stellungnahme schreiben die Wiener Linien, dass dieser Empfehlung im Plan 2017 bereits Rechnung getragen wird.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-05-09 17:03:13
Letzte Änderung am 2017-05-11 17:27:11


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