• vom 18.08.2017, 19:30 Uhr

Stadtpolitik


Seidenstraße

Ein Zug wird kommen




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Wie hoch sind also die Chancen, dass die Breitspurbahn tatsächlich in Wien endet?

Leichtfried zeigt sich zuversichtlich. Man stehe in gutem Kontakt mit China. "Die Beziehung ist sehr harmonisch." Bei dem Gipfel wäre er zwar gerne dabei gewesen. "Wir hatten jedoch eine Regierungskrise, nachdem Sebastian Kurz die Koalition platzen ließ." Er entschied sich dafür, in Österreich zu bleiben.

Budapest ist
kein Konkurrent

Budapest sieht er nicht als ernsthaften Konkurrenten. "Die Anbindung an drei transeuropäische Bahnverbindungen, die durch den Osten Österreichs verlaufen, sprechen für den Wiener Standort." Außerdem sei die Bahn über die Mongolei und Russland schneller. Auf dem von China geplanten Weg über den Iran und die Türkei nach Budapest müsste hingegen ein Seeweg überquert werden.

Unterstützung erhält Leichtfried auch von Wirtschaftsminister Harald Mahrer (ÖVP). "Wir erwarten uns Stimuli für die Auto- und Automobilzulieferindustrie, Bau- und Bauzulieferindustrie, Papier- und Verpackungsindustrie, Maschinen- und Anlagenbauindustrie, Bahnindustrie, Logistikwirtschaft sowie Konsumgüterindustrie." Auch FPÖ-Verkehrssprecher Gerhard Deimek spricht sich für die Verlängerung der Bahn nach Wien aus: "Es wäre eine Erleichterung für Österreichs Handelsbeziehungen mit allen östlich gelegenen Ländern."

Die Baukosten für die Verlängerung samt Trockendock würden laut Studie 6,5 Milliarden Euro ausmachen. Auf österreichischem Boden alleine würde die Verlängerung rund 85 Millionen Euro kosten und der Containerterminal rund 850 Millionen Euro. Dazu würde man eine weitere Milliarde Euro in die Verstärkung des bestehenden Bahnnetzes stecken. Finanzierungsdetails zwischen den vier Partnerländern sind noch gänzlich offen. Die EU-Russland-Sanktionen würden das Projekt weder gefährden noch bremsen. Seitens der EU gebe es wohlwollende Signale zum Projekt.

Bei der Wirtschaftskammer (WK) begrüßt man das Bekenntnis von Leichtfried für den Ausbau. "Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, dass sich die Politik nun ernsthaft damit auseinandersetzt", sagt Davor Sertic, Obmann der Sparte Transport und Verkehr in der WK Wien. Und weiter: "Machbarkeitsstudien sind zwar gut, die positiven Effekte für die Wirtschaft sind aber längst bekannt. Jetzt müssen die Verantwortlichen auch endlich in ernsthafte Verhandlungen mit den Zuständigen gehen."

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-08-18 17:19:09
Letzte Änderung am 2017-08-18 18:56:11


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