• vom 07.11.2017, 17:29 Uhr

Stadtpolitik

Update: 08.11.2017, 09:58 Uhr

Lobau

Kein Licht am Ende des Tunnels




  • Artikel
  • Kommentare (6)
  • Lesenswert (38)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Bernd Vasari

  • Der neue Verhandlungsmarathon um den umstrittenen Lobautunnel wird kein Ergebnis bringen.

Grafik zum Vergrößen bitte anklicken.

Grafik zum Vergrößen bitte anklicken. Grafik zum Vergrößen bitte anklicken.

Wien. Die Odyssee rund um den milliardenschweren Bau des Lobautunnels nimmt kein Ende. Seit mehr als 14 Jahren kommt das Projekt nicht über den Planungsstand hinaus. Gebaut werden soll eine Schnellstraße unter dem Nationalpark Lobau im 22. Bezirk. So will es die staatliche Autobahngesellschaft Asfinag, die das Projekt betreibt. So haben es der ehemalige Infrastrukturminister Hubert Gorbach (BZÖ) und Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) vor 12 Jahren vereinbart.

Derzeit prüft das Bundesverwaltungsgericht in zweiter Instanz den positiven Umweltverträglichkeitsbescheid der ersten Instanz. Umweltorganisationen und Bürgerinitiativen hatten diesen zuvor beeinsprucht. Mittlerweile hat das Gericht Gutachten zu den beanstandeten Themen Verkehr, Luft, Erschütterung, Geotechnik, Wasser und Ökologie fertig gestellt.


Mehrtägige Verhandlung
Bei der mehrtägigen mündlichen Verhandlung, die ab Mittwoch beginnt, befindet nun das Gericht darüber, ob der positive Bescheid der ersten Instanz bestätigt wird. In diesem Fall könnte der Lobautunnel realisiert werden.

Doch dazu wird es nicht kommen. Wenige Tage vor der Verhandlung reichte die Asfinag die Unterlagen zum Thema Lärm ein. "Wir haben die noch offenen Fragestellungen bzw. Unklarheiten aufgeklärt", frohlockte Asfinag-Geschäftsführer Alexander Walcher. Die Berechnungen wurden auf den letzten Stand gebracht, Neu- und Umbauten von betroffenen Gebäuden wurden berücksichtigt, sagte er.

Doch es war zu spät. "Ein Gutachter muss sich mit den Unterlagen auseinandersetzen. Dass das nicht in einer Woche möglich ist, ist klar", erklärt Dagmar Strobel-Langpaul vom Bundesverwaltungsgericht.

Unvollständige Unterlagen
Die Asfinag hatte zwei Jahre Zeit, um vollständige Unterlagen vorzulegen. In diesem Zeitraum hatte die Autobahngesellschaft zwar Unterlagen eingereicht. Jedoch haben diese den Anforderungen nicht entsprochen. Der Sachverständige des Gerichts hat sie jedes Mal zurückgewiesen. Es gab zwei Verbesserungsaufträge und zwei Fristverlängerungen durch das Gericht.

Der mögliche Bau des Tunnels verzögert sich somit weiter. Laut Strobel-Langpaul sei ein Termin im Jänner wahrscheinlich, bei dem das Thema Lärm behandelt werde. Der 8,2 Kilometer lange Lobautunnel ist das Herzstück der geplanten Wiener Nordostumfahrung (S1) zwischen dem Knoten Schwechat und Süßenbrunn. Die Kosten für den 19 Kilometer langen Abschnitt sind mit zwei Milliarden Euro veranschlagt.




6 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-11-07 17:32:06
Letzte Änderung am 2017-11-08 09:58:59


Rohstoffe

Das Gold der Städte

Elektroschrott landet in vielen Ländern immer noch auf Mülldeponien. - © apa/dpa/Julian Stratenschulte Wien. In unseren Schubladen liegt Gold. Aus den mehr als zehn Millionen Handys, die schätzungsweise in Österreich ungebraucht herumliegen... weiter




Kulturticket-App

Goethes Gretchen - eine App

Die beiden Gründer Wolfgang Graf (r.) und Gerald Stockinger. - © Stanislav Jenis Wien. Die Unternehmensgründung von "Ticket Gretchen" erfolgte im klassischen Start-up-Sinn. Aus einem persönlichen Bedürfnis entstand eine Idee... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "Die FPÖ ist eine rassistische Partei"
  2. "Machbares vom Nötigen unterscheiden"
  3. Haus in Ottakring geräumt
  4. Ein Hochsee-Dampfer vor Anker in Wien
  5. 50 Euro für Schlafsack und eine warme Mahlzeit
Meistkommentiert
  1. "Die FPÖ ist eine rassistische Partei"
  2. Birgit Hebein ist die neue Nummer 1
  3. Debatte um Zukunft der Zweierlinie
  4. 50 Euro für Schlafsack und eine warme Mahlzeit
  5. Die Aufgabenliste für die Wiener Grünen

Siemensgebäude

Der Investor und das Kreta-Viertel

In den tristen Betonbauten findet Zwischennutzung im großen Stil statt. - © Phillipp Hutter Wien. Am Rande von Kreta steht ein Zaun. Er soll nicht Flüchtlinge davon abhalten, Griechenland zu betreten. Er soll Wiener davon abhalten... weiter




Zwischennutzung

Die Hegemonie über die Zwischenwelt

Ein Gelände, zwei Welten: Auf der einen Seite ein geförderter Zwischennutzungs-Hub bei der Karl-Farkas-Gasse in Neu Marx . . . Wien. Es gibt Entwürfe, die in der Schublade verschwinden. Andere, die realisiert werden. Und dann gibt es jene Entwürfe... weiter





Stadtplanung

Höchstens 58 Meter

Am Areal beim Franz-Josefs-Bahnhof ist eine Überplattung mit terrassenförmigen Gebäuden geplant. - © apa/Zoomvp.at/Zoom visual Project GmvH Wien. 126 Meter hoch hätte gebaut werden dürfen - letztendlich hat man sich auf 58 Meter als höchsten Punkt beschränkt: In Wien wurde am Donnerstag... weiter




Bauen

"Wir bauen den größten Sondermüll der Baugeschichte"

Workers spreading mortar over styrofoam insulation and mesh with trowel - © fotolia/Dagmara_K Wien. Wenn Dietmar Steiner (67) auf einer europäischen Landkarte überall dort ein Fähnchen stecken würde, wo ein Bau steht... weiter





Athen

Gründen gegen die Wirtschaftskrise

Athen. 42 Jahre nach dem Ende der Militärdiktatur ist Athen wieder auf dem Boden gelandet. Schlechte Jobchancen, zusammengekürzte Sozialleistungen und... weiter




Teheran

Irans Nerds

Über den Dächern Teherans eifern junge Männer und Frauen ihrem Idol Steve Jobs nach. - © Solmaz Khorsand Teheran. Lang und breit könnte Nasser Ghanemzadeh über sein Leid klagen. Darüber, wie quälend das Leben in einer Islamischen Republik ist... weiter






Werbung