• vom 22.02.2018, 17:35 Uhr

Stadtpolitik

Update: 23.02.2018, 07:58 Uhr

Wien Museum

Ein Bauherr für alles




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Von Christoph Irrgeher

  • Die ÖVP fürchtet, dass das Wien Museum zum nächsten Millionengrab wird, und ortet Systemfehler.

Prinzip Hoffnung: Matti Bunzl, Chef des Wien Museums, harrt des Spatenstichs.

Prinzip Hoffnung: Matti Bunzl, Chef des Wien Museums, harrt des Spatenstichs.© apa/Schlager Prinzip Hoffnung: Matti Bunzl, Chef des Wien Museums, harrt des Spatenstichs.© apa/Schlager

Wien. Seit neun Jahren will die Gemeinde dem beengten Wien Museum mehr Raum gewähren - geschehen ist es bisher aber nicht. Zwar ist die Standortdebatte nach langem Ringen abgeschlossen, ein Wettbewerb ausgeschrieben und eine Siegerarchitektur gefunden worden: Das Museum soll im Bau von Oswald Haerdtl auf dem Karlsplatz bleiben und dort zwei zusätzliche Stockwerke und ein Staffelgeschoß erhalten, hieß es im Jahr 2015. Der Spatenstich hat aber bis heute nicht stattgefunden, und er wird es wohl auch heuer nicht.

Zudem liegen die Kosten im Dunklen. Während Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) bei der Siegerprojekt-Kür von 70 bis 100 Millionen Euro sprach, berichtete der "Falter" zuletzt über Schätzungen von bis zu 150 Millionen und äußerte Zweifel an einer Realisierung. Derzeit denke die Stadt jedenfalls nicht nur über eine rein öffentliche Finanzierung nach, sondern auch über ein PPP-Modell unter Einbezug privater Investoren; diese könnten das Haus vielleicht auch betreiben. Laut "Standard" prüft der Stadtrat beide Varianten "ergebnisoffen"; Direktor Matti Bunzl hofft weiterhin auf ein "Museum, das Maßstäbe setzt".


Die ÖVP Wien nützt die vage Faktenlange für eine Schelte: Am Donnerstag machte sie ihrer Besorgnis Luft, das Wien Museum könne zum nächsten Krankenhaus Nord werden oder noch griffiger gesagt: zu einer weiteren "Geldvernichtungsmaschine" der kommunalen Planung. Wie im Spitalsfall (und bei der Sanierung des Stadthallenbads) drohe eine massive Überschreitung der Kosten und des Zeitrahmens. Die Schuld daran geben Stadtrat Markus Wölbitsch und Gemeinderätin Elisabeth Olischar einem Systemfehler: Bei den Großprojekten sei stets das jeweils zuständige Rathaus-Ressort als Bauherr aufgetreten - ohne die nötige Kompetenz und Erfahrung zu besitzen. Die ÖVP wünscht sich eine einheitliche Regelung: Die Stadtbaudirektion solle als Leiter solcher Projekte auftreten, der künftige Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) als Bauherr. Aus dem Büro des Kulturstadtrats heißt es derweil, das Wien Museum neu liege mitnichten auf dem Sterbebett: "Der totgesagte Patient erfreut sich bester Gesundheit. Das Projekt wird umgesetzt."




Schlagwörter

Wien Museum, ÖVP

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-02-22 17:38:33
Letzte Änderung am 2018-02-23 07:58:18


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