• vom 03.03.2018, 08:00 Uhr

Stadtpolitik

Update: 15.03.2018, 11:05 Uhr

Maria Vassilakou

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Von Alexandra Laubner

  • Das Ringen um einen Fernbusterminal geht weiter: Seit der Vorwoche ist der Standort am Verteilerkreis Favoriten Geschichte.

Das Projekt am Verteilerkreis Favoriten wird nicht kommen. - © sam/architects

Das Projekt am Verteilerkreis Favoriten wird nicht kommen. © sam/architects

Wien. Es ist, wie es scheint, eine unendliche Geschichte, bei der die nächste Klappe fällt. Ein Punkt steht seit der Vorwoche jedoch fest: Der Verteilerkreis Favoriten kommt als Standort für den geplanten Fernbusterminal nicht mehr in Frage - obwohl dieser von den Experten der Stadt wie auch von der Wirtschaftskammer aufgrund der U1-Anbindung und der Nähe zur Südosttangente seit längerem favorisiert wurde. Ein Vorteil, der immer wieder genannt wurde: Die Busse müssten nicht durch die Stadt fahren. Nach den heftigen Protesten samt Bürgerversammlung im 10. Bezirk hält die Stadt an ihrem Wunschstandort nun nicht mehr fest.

Der Verteilkreis sei Geschichte, gab die grüne Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou in der Vorwoche im Rahmen einer Fragestunde des Gemeinderates bekannt. "Das Projekt wird von der Bezirksvorstehung Favoriten abgelehnt, nicht nur von SPÖ-Bezirksvorsteher Marcus Franz, sondern von allen Fraktionen", sagte Vassilakou. Nachsatz: "Den Terminal dort zu realisieren würde bedeuten, sich gegen den einstimmigen Willen des Bezirks zu stellen." Trotz mehreren Gesprächsrunden konnte mit dem Bezirk keine Einigung erzielt werden.


Favoritens Bezirksvorsteher Marcus Franz kritisierte bereits bei seinem Amtsantritt im Oktober 2017 in einem Interview mit der "Wiener Zeitung" dass es kein Konzept gebe, wie 700 Busse täglich am Verteilerkreis ein- und ausfahren sollten, und dass es jetzt schon, ohne Fernbusterminal, ständig zu Stau und zu einer enormen Abgasbelastung kommen würde.

Waldmanngründe im Rennen
Nun prüft die Stadt einen weiteren Standort - die sogenannten Waldmanngründe beim Hauptbahnhof bzw. beim Südtiroler Platz. Dort fahren derzeit Fernbusse ab, der Busterminal sollte jedoch bereits 2014 geschlossen werden. Die ÖBB wollten die Liegenschaft verkaufen.

Interessantes Detail am Rande: Nach einer Standortprüfung, die die Stadt vor vier Jahren in die Wege geleitet hat und bei der zwölf Optionen überprüft wurden, kamen die Waldmanngründe nicht in die engere Wahl. Die drei möglichen Standorte, auf die sich die Stadt und die Experten 2016 festlegten, waren der Verteilerkreis, der bestehende Busbahnhof in Erdberg, der von Blaguss betrieben wird, und das Stadioncenter in der Leopoldstadt, wo derzeit Fernbusse nach Rom, Zagreb oder nach Riga abfahren. Bereits 2016 sollte eine Entscheidung über einen zentralen Fernbusterminal fallen, wobei der Verteilerkreis als Favorit galt. Heute, zwei Jahre später, heißt es wieder zurück an den Start. Laut Vassilakou gelten die Waldmanngründe, die erst jetzt ins Spiel gebracht wurden, als beste Option - noch vor den Busterminals in Erdberg und dem Stadioncenter.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-02 17:23:36
Letzte Änderung am 2018-03-15 11:05:47


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