• vom 17.04.2018, 12:53 Uhr

Stadtpolitik

Update: 17.04.2018, 15:42 Uhr

Brigittenau

ATIB-Moschee im Visier der Behörden




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Von WZ Online, APA

  • Laut einem Bericht exerzierten Kinder in Tarnuniformen. Nun prüfen Jugend- und Kultusamt.

Moschee in Wien-Brigittenau. - © Bwag/Commons

Moschee in Wien-Brigittenau. © Bwag/Commons

ATIB Kulturzentrum in Wien-Brigittenau.

ATIB Kulturzentrum in Wien-Brigittenau.© APAweb, Georg Hochmuth ATIB Kulturzentrum in Wien-Brigittenau.© APAweb, Georg Hochmuth

Wien. Der türkische Moscheeverein ATIB steht abermals unter Nationalismus-Verdacht. Anlass sind auf Facebook gefundene Bilder, auf denen Buben in Tarnanzügen eine Schlacht aus dem Ersten Weltkrieg nachstellen. Das Jugendamt prüft nun die "jugendgefährdenden Umtriebe", ebenso das beim Bundeskanzleramt angesiedelte Kultusamt. Kritik an der Aktion kam auch von der Islamischen Glaubensgemeinschaft selbst.

Die Bilder stammen offensichtlich von einer Veranstaltung, die Mitte März in der ATIB Union Moschee in Wien-Brigittenau stattgefunden haben dürfte. Buben in Tarnuniform, teils offensichtlich noch im Volksschulalter, sollen darauf die Schlacht von Gallipoli aus dem Jahr 1915 nachstellen. Auch junge Mädchen in Kopftüchern sind darauf zu sehen. Sie posieren allesamt vor der türkischen Flagge, in Fotokommentaren werden die "Märtyrer" von damals gefeiert.

Bilder sind "extrem verstörend"

Das Amt für Jugend und Familie prüft nun im Auftrag der Stadt Wien eine mögliche Kindeswohlgefährdung. Stadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) bezeichnete die Bilder als "extrem verstörend". Auch der Bund wurde aktiv. Kanzleramtsminister Gernot Blümel (ÖVP) beauftragte das Kultusamt mit einer Prüfung. "Ich bin entsetzt", meinte dieser und forderte die Stadt Wien auf, ihre Haltung bei islamischen Kindergärten und Kopftuchverbot grundlegend zu ändern.

Kritik kam auch von der Islamischen Glaubensgemeinschaft, der die ATIB-Moscheen unterstehen. Vizepräsident Esad Memic forderte vom Verein eine "klare Stellungnahme" zu den Vorkommnissen im Gebetshaus. Die Aktion schade dem Ansehen der Muslime in Österreich schwer. "Wir erwarten uns hier nicht nur eine umfassende interne Klärung und Maßnahmen, sondern auch eine Information der Öffentlichkeit", hieß es in der Stellungnahme.

"Fassungslos" zeigte sich Wiens FPÖ-Vizebürgermeister Dominik Nepp. Seine Partei warne seit Jahren vor der Einflussnahme des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan über das islamische Vereinswesen in Österreich. Auch für die NEOS sind Kinder in Uniformen "absolut unakzeptabel", so Wiens Klubobfrau Beate Meinl-Reisinger.





Schlagwörter

Brigittenau, Moschee, Wien, Atib, Türkei

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-04-17 12:55:20
Letzte Änderung am 2018-04-17 15:42:40


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