• vom 03.05.2018, 09:15 Uhr

Stadtpolitik

Update: 03.05.2018, 09:39 Uhr

Finanzen

Wien hat keine Franken-Schulden mehr




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Von WZ Online, APA

  • Ausstieg aus Fremdwährungskrediten in Milliardenhöhe wurde vorzeitig abgeschlossen.

Fast zwei Milliarden Schweizer Franken betrug der Schuldenstand der Stadt Wien noch im Jahr 2015. Alle Kredite wurden mittlerweile in Euro-Verbindlichkeiten konvertiert. - © APAweb / Margret Schmitt

Fast zwei Milliarden Schweizer Franken betrug der Schuldenstand der Stadt Wien noch im Jahr 2015. Alle Kredite wurden mittlerweile in Euro-Verbindlichkeiten konvertiert. © APAweb / Margret Schmitt

Wien. Die Stadt Wien hat alle ihre in Schweizer Franken aufgenommenen Fremdwährungsverbindlichkeiten in Euro konvertiert. Die Ausstiegsstrategie sei vorzeitig umgesetzt worden, gab das Büro von Finanzstadträtin Renate Brauner bekannt. Ziel war ein Exit bis zum Ende der Legislaturperiode 2020.

Der endgültige Vorteil der langjährigen CHF-Kredite beträgt laut Rathaus 308 Mio. Euro. Wäre man - wie von manchen gefordert - bereits 2015 ausgestiegen, hätte der Gesamtvorteil rund 163 Mio. Euro weniger betragen, wurde beteuert. Der Unterschied ergebe sich aus der Zinsdifferenz und der Kursentwicklung.

Wien begann Mitte der 1980er-Jahre, Schulden über den Schweizer Franken abzuwickeln. Damit setzte man auf den zunächst großen Zinsunterschied zwischen Franken und Schilling. Die Finanzkrise 2008 führte jedoch zu einer massiven CHF-Verteuerung. Wien beschloss daraufhin - als erstes Bundesland, wie im Brauner-Büro betont wurde - 2013 ein Gesetz zur "risikoaversen Finanzgebarung", was Fremdwährungs-Neuaufnahmen verunmöglichte.

Gleichzeitig wurde ein Ausstiegsplan beschlossen. Vorgesehen waren halbjährliche Tranchen in der Höhe von mindestens 150 Mio. Euro. Durch die positive Kursentwicklung konnte die Konvertierung nun schneller finalisiert werden. Ende April seien sämtliche Fremdwährungsverbindlichkeiten in Schweizer Franken zu einem Durchschnittskurs von 1,1263 vollständig in Euro konvertiert worden.

2015 musste die Stadt Wien noch Kredite in der Höhe von fast zwei Milliarden Schweizer Franken bedienen - insgesamt etwa ein Drittel des Schuldenstandes. Allein im Jahr 2017 wurden Frankenkredite im Wert von 1,37 Milliarden CHF in Euro-Verbindlichkeiten umgewandelt.





Schlagwörter

Finanzen, Wien, Renate Brauner

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-03 09:15:38
Letzte Änderung am 2018-05-03 09:39:02


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