• vom 15.06.2018, 08:00 Uhr

Stadtpolitik

Update: 15.06.2018, 12:13 Uhr

Peter Hanke

"Schwarze Null bis 2020"




  • Artikel
  • Lesenswert (19)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Christian Rösner

  • Finanzstadtrat Hanke will sparen und Magistratsabteilungen zusammenlegen.

Laut Hanke soll innerparteilich mehr kommuniziert und die Schnittstellen sollen besser bedient werden.

Laut Hanke soll innerparteilich mehr kommuniziert und die Schnittstellen sollen besser bedient werden.© Stanislav Jenis Laut Hanke soll innerparteilich mehr kommuniziert und die Schnittstellen sollen besser bedient werden.© Stanislav Jenis

Wien. Vor vier Wochen war er noch Geschäftsführer der Wien Holding, jetzt ist er der neue Finanzstadtrat von Wien. Peter Hanke kann im Gegensatz zu seiner Vorgängerin Renate Brauner keine Parteilaufbahn vorweisen, dafür aber mehr als zwei Jahrzehnte Managertätigkeit. Im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" lässt der Neo-Stadtrat mit einigen Ansagen aufhorchen.

"Wiener Zeitung": Wie geht es Ihnen als neuer Finanzstadtrat?


Peter Hanke: Es geht gut. Es ist eine spannende Aufgabe. Nachdem ich mehr als zwei Jahrzehnte die Wien Holding führen durfte und dort auch immer mit großen Zahlen konfrontiert war, ist jetzt noch einmal ein großer Sprung erfolgt: Vorher waren es mehr als 500 Millionen Euro, für die ich verantwortlich war, jetzt geht es um ein Budgetvolumen von 14 Milliarden Euro. Das ist schon etwas, wo man hineinwachsen muss.

Warum tut man sich so etwas an?

Weil man gestalten möchte und weil man es natürlich einmalig findet, in einer Weltstadt wie Wien für die Finanzen und die wirtschaftliche Entwicklung die Verantwortung übernehmen zu dürfen.

Was werden Sie anders machen als Ihre Vorgängerin Renate Brauner?

Es geht nicht um anders, es geht um die Situation, in der man diese Aufgabe übernimmt. Ich bin in der glücklichen Situation, in Zeiten des finanziellen Aufschwungs bestellt zu werden. Da hat man die Möglichkeit, auch andere Spielräume zu bekommen. Und diese Spielräume in der Gestaltung von Budgets möchte ich nützen, um in der Trilogie zwischen Digitalisierung, Finanzen und Wirtschaft neue Wege zu gehen. Ich glaube aber auch, dass das, was in der Vergangenheit gemacht wurde - nämlich in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten zu investieren -, der richtige Weg war.

7 Milliarden Euro Schulden: Die Opposition spricht immer von einem Finanzdesaster - wie gestaltet sich die Situation in Ihren Augen?

Die wirkliche Situation ist - und die durfte ich nach den ersten Wochen des Einarbeitens und jetzt insbesondere mit der Vorlage des Rechnungsabschlusses 2017 noch einmal auf den Punkt bringen -, dass wir den Konsolidierungspfad sogar übererfüllen. Das sagt eigentlich schon alles.

Sie haben gleich von Beginn an gesagt, Sie wollen sparen, aber nicht bei den Menschen. Aber wo kann man denn überhaupt noch sparen? Der Personalstand trotz wachsender Stadt ist seit Jahren gleich und Effizienzsteigerungen werden in der Verwaltung ebenfalls schon jahrelang vorangetrieben.

Ich möchte die internen Strukturen der Stadt durchaus mit großen Unternehmen vergleichen, die am Markt aktiv sind. Das bedeutet, dass man Jahr für Jahr die Dinge zu optimieren hat. Das ist schließlich kein Prozess, der einmal begonnen und nach zwei Jahren beendet wird. Das ist eine Aufgabe, wo wir versuchen müssen, uns mithilfe neuer Technologien neu aufzustellen. Und gerade in der Digitalisierung liegt die Chance, Abläufe klarer und schneller zu machen. Aber auch in der externen Übersetzung, wo wir die Möglichkeiten haben, Prozesse kürzer zu gestalten und für Einzelunternehmer, für Großkonzerne ein attraktiver Partner zu bleiben.

weiterlesen auf Seite 2 von 3




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-14 16:46:23
Letzte Änderung am 2018-06-15 12:13:05


Rohstoffe

Das Gold der Städte

Elektroschrott landet in vielen Ländern immer noch auf Mülldeponien. - © apa/dpa/Julian Stratenschulte Wien. In unseren Schubladen liegt Gold. Aus den mehr als zehn Millionen Handys, die schätzungsweise in Österreich ungebraucht herumliegen... weiter




Kulturticket-App

Goethes Gretchen - eine App

Die beiden Gründer Wolfgang Graf (r.) und Gerald Stockinger. - © Stanislav Jenis Wien. Die Unternehmensgründung von "Ticket Gretchen" erfolgte im klassischen Start-up-Sinn. Aus einem persönlichen Bedürfnis entstand eine Idee... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Wien lehnt Wohnungsdeal endgültig ab
  2. 22 von 80 Gebäuden dürfen nicht abgerissen werden
  3. Wien prüft Alko-Limit für Kampfhundehalter
  4. Mit Händen, Augen und Lippen
  5. "Muss schlichten statt unterrichten"
Meistkommentiert
  1. Das grüne Gespenst
  2. Ein Buch als Zündstoff für eine Politik-Debatte
  3. "Vassilakous Baustopp ist ein PR-Gag"
  4. "Muss schlichten statt unterrichten"
  5. Wohin die Busse fahren sollen

Siemensgebäude

Der Investor und das Kreta-Viertel

In den tristen Betonbauten findet Zwischennutzung im großen Stil statt. - © Phillipp Hutter Wien. Am Rande von Kreta steht ein Zaun. Er soll nicht Flüchtlinge davon abhalten, Griechenland zu betreten. Er soll Wiener davon abhalten... weiter




Zwischennutzung

Die Hegemonie über die Zwischenwelt

Ein Gelände, zwei Welten: Auf der einen Seite ein geförderter Zwischennutzungs-Hub bei der Karl-Farkas-Gasse in Neu Marx . . . Wien. Es gibt Entwürfe, die in der Schublade verschwinden. Andere, die realisiert werden. Und dann gibt es jene Entwürfe... weiter





Stadtplanung

Höchstens 58 Meter

Am Areal beim Franz-Josefs-Bahnhof ist eine Überplattung mit terrassenförmigen Gebäuden geplant. - © apa/Zoomvp.at/Zoom visual Project GmvH Wien. 126 Meter hoch hätte gebaut werden dürfen - letztendlich hat man sich auf 58 Meter als höchsten Punkt beschränkt: In Wien wurde am Donnerstag... weiter




Bauen

"Wir bauen den größten Sondermüll der Baugeschichte"

Workers spreading mortar over styrofoam insulation and mesh with trowel - © fotolia/Dagmara_K Wien. Wenn Dietmar Steiner (67) auf einer europäischen Landkarte überall dort ein Fähnchen stecken würde, wo ein Bau steht... weiter





Athen

Gründen gegen die Wirtschaftskrise

Athen. 42 Jahre nach dem Ende der Militärdiktatur ist Athen wieder auf dem Boden gelandet. Schlechte Jobchancen, zusammengekürzte Sozialleistungen und... weiter




Teheran

Irans Nerds

Über den Dächern Teherans eifern junge Männer und Frauen ihrem Idol Steve Jobs nach. - © Solmaz Khorsand Teheran. Lang und breit könnte Nasser Ghanemzadeh über sein Leid klagen. Darüber, wie quälend das Leben in einer Islamischen Republik ist... weiter






Werbung