• vom 02.08.2018, 17:33 Uhr

Stadtpolitik

Update: 03.08.2018, 08:17 Uhr

Radverkehr

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Von Alexandra Laubner

  • Probleme mit Radweg-Lückenschluss beim Naschmarkt: Die Stadt rudert zurück.

Derzeit endet der Radweg an der Linken Wienzeile bei der Köstlergasse vor dem Café Savoy. - © Laubner

Derzeit endet der Radweg an der Linken Wienzeile bei der Köstlergasse vor dem Café Savoy. © Laubner

Wien. Es geht um 495 Meter - um jenen Lückenschluss des Radwegs entlang der Linken Wienzeile zwischen dem Getreidemarkt und der Köstlergasse. Dort, wo sich derzeit der Schanigarten des Café Savoys befindet, könnte im kommenden Jahr das letzte fehlende Radstück der sogenannten "Radlangstrecke West", der 17 Kilometer langen Trasse durch das Wiental, entstehen. Baubeginn zwischen dem Getreidemarkt und der Köstlergasse werde 2019 sein - der Radweg beim Naschmarkt komme fix, verkündete der grüne Gemeinderat Christoph Chorherr in der Vorwoche bei einem Lokalaugenschein.

Details gab Chorherr nicht bekannt. Fakt ist, dass bis zu 80 Parkplätze wegfallen könnten, das bestätigte auch Chorherr. Fakt ist auch, dass das 495 Meter lange Radweg-Stück seither für heftige Debatten bei den Naschmarkt-Standlern, bei den Bezirkspolitikern sowie bei den betroffenen Lokalbesitzern sorgt. "Wir haben es aus den Medien erfahren, niemand hat uns vorab darüber informiert", sagt Eric Deschmann, einer der beiden Chefs des Café Savoy im Rahmen eines gemeinsames Pressegesprächs mit Rainer Trefelik, Obmann der Sparte Handel der Wirtschaftskammer Wien, und Akan Keskin, Obmann des gemeinnützigen Vereins zur Förderung des Marktgewerbes. "Was bedeutet das für uns, haben wir uns gefragt. Heißt es, dass die 40 Schanigartenplätze im nächsten Jahr wegfallen werden?", hakt Deschmanns Geschäftspartner Thomas Ehmer ein. 30.000 Euro haben die beiden Savoy-Chefs alleine dieses Jahr in den Schanigarten investiert.


"Wir haben keine Planungssicherheit. Wir können nicht jedes Jahr unser Konzept über den Haufen werfen. Wir müssen uns auf etwas verlassen können, das ist auch im Sinne unserer Angestellten. Sollte der Schanigarten aufgrund des Radwegs wegfallen, können wir keine 15 Leute mehr beschäftigten", sagt Deschmann.

Dass trotz des Radweges der Schanigarten erhalten bleiben könnte, daran glaubt auch Rainer Trefelik nicht. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kellner beim Fahrrad-Streifen durchservieren dürfen", sagt der Obmann der Sparte Handel der Wirtschaftskammer Wien.

Trefelik ist von der Vorgehensweise der Stadt irritiert. "Der Radwegverkehr ist natürlich wichtig, aber das ist nicht der einzige Faktor. Wir brauchen auch die Schanigärten", so Trefelik, der ein Verkehrskonzept fordert, mit dem alle Beteiligten leben können.

"Für uns ist nichts fix. Bitte zurück an den Start! Denn man muss auch berücksichtigen, was gut für die Wirtschaft ist", sagt Rainer Trefelik.

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Schlagwörter

Radverkehr, Radweg, Wien, Naschmarkt

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-02 17:44:25
Letzte Änderung am 2018-08-03 08:17:22


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