• vom 07.08.2018, 19:59 Uhr

Stadtpolitik

Update: 07.08.2018, 21:00 Uhr

Innere Stadt

Zwist um Rotenturmstraße




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  • Bezirksvorsteher Figl (ÖVP) pocht auf Mitbestimmung bei Plänen von Verkehrsstadträtin Vassilakou (Grüne).

Stadträtin Vassilakou möchte aus der Rotenturmstraße eine Begegnungszone machen. Stanislav Jenis - © Stanislav Jenis

Stadträtin Vassilakou möchte aus der Rotenturmstraße eine Begegnungszone machen. Stanislav Jenis © Stanislav Jenis

Wien. Wiens Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) will die Rotenturmstraße zur Begegnungszone umgestalten. Die Innere Stadt war von der Ausschreibung überrascht. Der Bezirk erhebt nun eigene Forderungen, die im Zuge der Neukonzeption berücksichtigt werden sollten - unter anderem kühlende Elemente, die Beibehaltung der Citybusse und eine eventuelle Verkleinerung von Schanigärten.

Formuliert und beschlossen wurde die zehn Punkte umfassende Wunschliste von der Bezirksentwicklungs- und Wirtschaftskommission (BWK), in der alle Bezirksfraktionen vertreten sind. Man begrüße grundsätzlich die Planungen zur Neugestaltung, wolle aber diverse Punkte zusätzlich beachtet wissen, so der Tenor des Schriftstücks, das am Dienstag veröffentlicht wurde. "Es steht außer Fragen, dass es in der Rotenturmstraße durchaus Handlungsbedarf gibt. Aber das darf nicht über das Knie gebrochen werden. Es braucht eine seriöse Planung", ergänzte Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP).


Großer Fokus
auf Verkehr

Ganz oben steht die Forderung, Bewohner und lokale Wirtschaft noch vor der Juryentscheidung in die Planung einzubinden. Gestalterisch will man unter anderem Bäume und Grünelemente, die kleinteilige Abkühlung bringen, sowie Trinkbrunnen miteinbeziehen. Großer Fokus wird auch auf den Verkehr gelegt. Die City wünscht sich den fixen Fortbestand der Innenstadtbusse sowie eine für alle Verkehrsteilnehmer praktikable Lösung - das betreffe "nicht nur den Pkw-Verkehr, sondern auch den Lieferverkehr, Ladezonen, Stellplätze für Bewohnerinnen und Bewohner, Radverkehr, zu Fuß Gehende, Gruppen von Touristinnen und Touristen, Citybus, Fiaker und Taxis".

Weil der Platz begrenzt ist, kann sich der Bezirk auch stellenweise Verkleinerungen von Schanigärten vorstellen - beispielsweise auf Höhe Lugeck. Grundsätzlich müsse aber jedenfalls darauf geachtet werden, "dass das Ausmaß sich in Summe nicht vergrößert". Nicht zuletzt hält die BWK fest, dass das Projekt Rotenturmstraße keinesfalls auf Kosten der geplanten Erneuerung im Bereich Schwedenplatz bis Morzinplatz gehen dürfe.

Trotz grundsätzlicher Einigkeit, dass auf der Rotenturmstraße etwas passieren muss, ist Figl allerdings auf die Stadt derzeit nicht gut zu sprechen. Denn die Stellungnahme der BWK sei bereits an die MA19, die für Stadtplanung zuständig ist und den Neugestaltungswettbewerb ausgeschrieben hat, übermittelt worden. Dort habe man aber zu verstehen gegeben, dass man die Anliegen nicht an die Architekturbüros weitergeben werde. "Dass die MA19 diese Punkte des Bezirks nun nicht an die Teilnehmer am Vergabeverfahren mit der Bitte um Berücksichtigung weiterleitet, ist eine Fortsetzung des bisherigen Umgangs mit dem Bezirk bei diesem Projekt", ärgert sich der City-Chef. Er wolle nun auf diesem Wege alle Teilnehmer auffordern, die Punkte des Bezirks in den jeweiligen Konzepten zu berücksichtigen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-07 17:11:31
Letzte Änderung am 2018-08-07 21:00:15


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