• vom 23.08.2018, 17:00 Uhr

Stadtpolitik

Update: 24.08.2018, 21:50 Uhr

Wiener Grüne

"Listenerster als Vizebürgermeister"




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  • Nach Peter Kraus geht nun auch David Ellensohn ins Rennen um die grüne Spitzenkandidatur.

Ellensohn greift nach der grünen Führungsspitze.

Ellensohn greift nach der grünen Führungsspitze.© apa/Neubauer Ellensohn greift nach der grünen Führungsspitze.© apa/Neubauer

Wien. (apa/rös) Der Klubchef der Wiener Grünen im Rathaus, David Ellensohn, bewirbt sich ebenfalls - wie erwartet - als Spitzenkandidat für die nächste Wien-Wahl. Das hat er am Donnerstag nun offiziell in einer Pressekonferenz erklärt. Ellensohn forderte zudem, dass der Listenerste noch vor dem 2020 anstehenden Urnengang Verkehrsstadtrat beziehungsweise Vizebürgermeister werden soll.

"Ich kandidiere, weil ich glaube, dass ich der Beste bin", sagte der Grün-Politiker. Davor hatte Gemeinderat Peter Kraus öffentlich kundgetan, ins Rennen um die Spitzenkandidatur zu gehen. Wer sich bisher noch nicht geäußert hat, ist die Spitzenkandidatin der vergangenen Wahl, Stadträtin Maria Vassilakou. Falls sie die Liste nicht wieder anführt, soll sie ihr Amt noch vor der Wien-Wahl übergeben, empfiehlt Ellensohn: "Denn ein starker Spitzenkandidat soll die wichtigste Funktion der Grünen innehaben." Mitbewerber Kraus hat dies nicht in dieser Form verlangt. Die Grünen sollten das gemeinsam entscheiden, befand er.

"Müssen in Koalition selbstsicherer auftreten"

Inhaltlich wollte sich Ellensohn zu seinem "Wahlprogramm" noch nicht im Detail äußern. Mit der bisherigen gemeinsamen Regierungsarbeit mit der SPÖ zeigte er sich aber weitgehend zufrieden, wobei er etwa auf die Mariahilfer Straße oder die 365-Euro-Jahreskarte verwies. Gleichzeitig hielt er aber fest: "Ich verheimliche nicht, dass die Grünen selbstsicherer auftreten müssen in der Koalition." Auch sei die Informationspolitik der SPÖ in der laufenden U-Kommission zum Krankenhaus Nord "verbesserungswürdig".

Er hoffe, dass die Grünen auch künftig mitregieren, so Ellensohn: "Wir wollen alle gestalten." Die Optimalvariante wäre für ihn, wenn Wien so wie Innsbruck einen grünen Bürgermeister bekäme. Parteiinterne Konflikte seien jedenfalls zu vermeiden: "Die Grünen sind nur erfolgreich, wenn wir gemeinsam auftreten." Dass der Partei etwa der Disput um das Heumarkt-Projekt geschadet hat, verhehlte er nicht. "Niemand würde heute das Projekt so machen", vermutete er.

Damit gibt es nun zwei Kandidaten: Ellensohn und Kraus. WObei Kraus nicht nur starke Unterstützung von den Grünen Andersrum hinter sich weiß, sondern auch von Vassilakou, deren Büroleiter er einmal war. Und auch die Unterstützung des Wiener Grünen-Urgesteins Christoph Chorherr ist ihm gewiss. Ellensohn wiederum hat sich in der Antifa-Szene einen Namen gemacht und spricht viele weit links stehende Parteimitglieder an.

Lagerdebatte durch neue Wahlordnung zweitrangig

Aber angesichts der neuen grünen Wahlordnung wird diese Lagerdebatte ohnehin in den Hintergrund treten - am ehesten geht es hier um Fraktionsverjüngung versus Fraktionsestablishment, wie Insider meinen. Der Erfolg werde sich daran messen, ob es den Grünen gelinge, Menschen mitzunehmen und mehr Bewegung als Partei zu sein - und nicht daran, wem es gelinge, seine Anhängerschaft zu bedienen.

Denn wie berichtet, wird bei den Wiener Grünen nicht mehr per Abstimmung bei einer Landesversammlung über die Spitzenkandidatur entschieden. Alle Interessierten - auch Nichtparteimitglieder - können sich bis zum 4. September online registrieren (https://spitzenwahl.wien/). Danach müssen die Kandidaten Unterstützungserklärungen sammeln und sich in weiterer Folge öffentlichen Hearings stellen. Gewählt wird dann brieflich im November.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-23 17:08:44
Letzte Änderung am 2018-08-24 21:50:59


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