• vom 05.10.2018, 08:33 Uhr

Stadtpolitik

Update: 05.10.2018, 10:38 Uhr

Michael Ludwig

Soforthilfetruppe für Lehrer




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Von Christian Rösner

  • Bürgermeister Michael Ludwig präsentierte Maßnahmen gegen Integrationsprobleme in Schulen.

Problemschüler sollen länger in der Schule bleiben, anstatt von ihr verwiesen zu werden, schlägt der Bürgermeister vor. - © Jenis

Problemschüler sollen länger in der Schule bleiben, anstatt von ihr verwiesen zu werden, schlägt der Bürgermeister vor. © Jenis

Wien. Nach der Aufregung um das Buch "Kulturkampf im Klassenzimmer" der Wiener Lehrerin Susanne Wiesinger (die "Wiener Zeitung" hat berichtet) hat Bürgermeister Michael Ludwig am Donnerstag vor ausgewählten Journalisten Maßnahmen angekündigt, um den Lehrerinnen und Lehrern in Wien "den Rücken zu stärken":

Unter anderem hat der Stadtchef schnelle Unterstützung etwa durch die Installierung einer eigenen Telefonhotline für Lehrer in Aussicht gestellt. "Eine Soforthilfe, ohne den Dienstweg einhalten zu müssen", wie Ludwig es formulierte. Die Hotline soll in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendanwaltschaft eingerichtet und als Stabsstelle beim Stadtschulrat angesiedelt werden.


Weiters soll so bald wie möglich eine Soforthilfe-Truppe - bestehend aus Schulsozialarbeitern, Schulpsychologen, Beratungslehrern sowie Grätzelpolizisten - ihre Arbeit aufnehmen, um auf soziale Probleme unbürokratisch reagieren zu können. Auch die Kinder- und Jugendhilfe soll enger mit den Schulen verknüpft werden, wie etwa Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky erklärte. Die MA11 würde diesbezüglich gerade in Richtung Regionalisierung umstrukturiert.

Mehr Zeit in der Schule als Sanktionsmaßnahme
Als dritte Maßnahme nannte Ludwig die Überprüfung der Sanktionsmöglichkeiten bei Regelbrüchen. Wobei er sich gegen das Einfrieren der Familienbeihilfe aussprach, wie das etwa am Mittwoch von der ÖVP gefordert wurde. "Am Ende trifft das erst recht wieder die Kinder und vergrößert das Problem nur", meinte Ludwig. Vielmehr müsse der Kontakt zu Eltern und Schüler intensiviert bzw. vor allem die Eltern verstärkt in die Pflicht genommen werden. Auch sollten sozial auffällige Schüler nicht von der Schule suspendiert, sondern im Gegenteil dazu verpflichtet werden, länger in der Schule zu bleiben, um sozialarbeiterische Unterstützung erhalten.

Gemeinsam mit dem Bund will Ludwig darüber hinaus einen neuen Verhaltenskodex erstellen, in dem Werte und Regeln des Zusammenlebens verankert werden - und nicht nur wie bisher formelle Regeln wie Pünktlichkeit oder Alkoholverbot in der Schule.

Konkret nannte der Bürgermeister etwa Punkte wie den wertschätzenden Umgang mit anderen, aber auch Disziplin und Leistung sowie auch Gleichberechtigung von Frauen und Männern und der respektvoller Umgang zwischen Lehrern und Schülern - was auch bei Meinungsverschiedenheiten gelte. Denn: "Radikalisierung oder Religion als Mittel der Politik, Gewalt und das Recht des Stärkeren haben in meiner Stadt nichts verloren", betonte Ludwig. Beim Verhaltenskodex ist Wien allerdings auf den Bund angewiesen und kann hier nur seine Unterstützung anbieten.

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Dokument erstellt am 2018-09-20 17:45:19
Letzte Änderung am 2018-10-05 10:38:11


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