• vom 01.10.2018, 16:53 Uhr

Stadtpolitik

Update: 02.10.2018, 09:25 Uhr

Wien

Denkmal für "Trümmerfrauen" sorgt für Debatte




  • Artikel
  • Kommentare (16)
  • Lesenswert (34)
  • Drucken
  • Leserbrief






    Trümmerfrauen in Berlin (Archivfoto 1945).

    Trümmerfrauen in Berlin (Archivfoto 1945).© APAweb, dpaweb Trümmerfrauen in Berlin (Archivfoto 1945).© APAweb, dpaweb

    Wien. Auf Initiative des FPÖ-nahen Cajetan-Felder-Instituts wurde am Montag in Wien auf der Mölker Bastei ein Denkmal für sogenannte "Trümmerfrauen" enthüllt. Das auf Privatgrund stehende Denkmal soll an den Einsatz der Frauen beim Wiederaufbau während und nach dem Zweiten Weltkrieg erinnern, wie Instituts-Präsident Walter Prinz und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ), der als Festredner agiert, ausführten.

    Bereits seit dem Jahr 1986 habe es Initiativen der Freiheitlichen im Wiener Landtag bzw. Gemeinderat gegeben, ein entsprechendes Denkmal zu initiieren, sagte Strache bei einer Pressekonferenz mit Prinz und Bildhauer Magnus Angermeier. Leider sei dies - bis zu heutigen Tag - nicht gelungen, was "enttäuschend" sei. Es sei oft der Eindruck entstanden, "es wird bewusst von der Stadtregierung torpediert".

    "Masse waren Opfer"

    Im Büro der Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler hieß es, die Stadt Wien habe sich gegen die Errichtung eines solchen Denkmals ausgesprochen. Sie werde "das Denkmal auch nicht in Obhut nehmen". Denn das Bild der Trümmerfrauen habe sich "in den letzten Jahren geändert". Der Stadt gehe es um einen "historisch korrekten Blick". Laut wissenschaftlichen Untersuchungen seien vielfach ehemalige Nationalsozialistinnen zum Wiederaufbau zwangsverpflichtet worden - "und ihnen würde man ein Denkmal setzen".

    Gefragt nach den Bedenken von Historikern, sagte Strache: "Ich kann das nur schwer nachvollziehen." Die betroffenen Frauen seien immer Opfer von Kriegen gewesen und in der Regel nicht an den Taten des NS-Regimes beteiligt gewesen - mit Ausnahme der einen oder anderen NSDAP-Mitgliedschaft. "Die Masse aber waren Opfer."





    Schlagwörter

    Wien, FPÖ, Denkmal, Trümmerfrauen

    16 Leserkommentare




    Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


    captcha Absenden

    * Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-10-01 17:03:28
    Letzte Änderung am 2018-10-02 09:25:15


    Rohstoffe

    Das Gold der Städte

    Elektroschrott landet in vielen Ländern immer noch auf Mülldeponien. - © apa/dpa/Julian Stratenschulte Wien. In unseren Schubladen liegt Gold. Aus den mehr als zehn Millionen Handys, die schätzungsweise in Österreich ungebraucht herumliegen... weiter




    Kulturticket-App

    Goethes Gretchen - eine App

    Die beiden Gründer Wolfgang Graf (r.) und Gerald Stockinger. - © Stanislav Jenis Wien. Die Unternehmensgründung von "Ticket Gretchen" erfolgte im klassischen Start-up-Sinn. Aus einem persönlichen Bedürfnis entstand eine Idee... weiter





    Werbung



    Beliebte Inhalte

    Meistgelesen
    1. "Machbares vom Nötigen unterscheiden"
    2. Haus in Ottakring geräumt
    3. "Die FPÖ ist eine rassistische Partei"
    4. Ein Hochsee-Dampfer vor Anker in Wien
    5. Wiederkehr zum Landessprecher gewählt
    Meistkommentiert
    1. "Die FPÖ ist eine rassistische Partei"
    2. Birgit Hebein ist die neue Nummer 1
    3. Debatte um Zukunft der Zweierlinie
    4. 50 Euro für Schlafsack und eine warme Mahlzeit
    5. Marktordnung schmeckt Standlern nicht

    Siemensgebäude

    Der Investor und das Kreta-Viertel

    In den tristen Betonbauten findet Zwischennutzung im großen Stil statt. - © Phillipp Hutter Wien. Am Rande von Kreta steht ein Zaun. Er soll nicht Flüchtlinge davon abhalten, Griechenland zu betreten. Er soll Wiener davon abhalten... weiter




    Zwischennutzung

    Die Hegemonie über die Zwischenwelt

    Ein Gelände, zwei Welten: Auf der einen Seite ein geförderter Zwischennutzungs-Hub bei der Karl-Farkas-Gasse in Neu Marx . . . Wien. Es gibt Entwürfe, die in der Schublade verschwinden. Andere, die realisiert werden. Und dann gibt es jene Entwürfe... weiter





    Stadtplanung

    Höchstens 58 Meter

    Am Areal beim Franz-Josefs-Bahnhof ist eine Überplattung mit terrassenförmigen Gebäuden geplant. - © apa/Zoomvp.at/Zoom visual Project GmvH Wien. 126 Meter hoch hätte gebaut werden dürfen - letztendlich hat man sich auf 58 Meter als höchsten Punkt beschränkt: In Wien wurde am Donnerstag... weiter




    Bauen

    "Wir bauen den größten Sondermüll der Baugeschichte"

    Workers spreading mortar over styrofoam insulation and mesh with trowel - © fotolia/Dagmara_K Wien. Wenn Dietmar Steiner (67) auf einer europäischen Landkarte überall dort ein Fähnchen stecken würde, wo ein Bau steht... weiter





    Athen

    Gründen gegen die Wirtschaftskrise

    Athen. 42 Jahre nach dem Ende der Militärdiktatur ist Athen wieder auf dem Boden gelandet. Schlechte Jobchancen, zusammengekürzte Sozialleistungen und... weiter




    Teheran

    Irans Nerds

    Über den Dächern Teherans eifern junge Männer und Frauen ihrem Idol Steve Jobs nach. - © Solmaz Khorsand Teheran. Lang und breit könnte Nasser Ghanemzadeh über sein Leid klagen. Darüber, wie quälend das Leben in einer Islamischen Republik ist... weiter






    Werbung