• vom 03.10.2018, 16:55 Uhr

Stadtpolitik


Trümmerfrauen

Denkmal beschäftigt nun auch das Parlament




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  • Neos stellen parlamentarische Anfrage, weil Gardemusik bei Event aufgetreten ist.

Wien. Die Neos hinterfragen den Auftritt der Bundesheer-Gardemusik bei der Enthüllung des "Trümmerfrauen"-Denkmals in Wien. In einer parlamentarischen Anfrage an Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) will die Partei unter anderem wissen, ob es üblich ist, "dass die Gardemusik bei privaten Veranstaltungen auftritt".

Das Denkmal war vom FPÖ-nahen Cajetan-Felder-Institut auf privatem Grund errichtet worden. FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache unterstützte das Anliegen. Er nahm persönlich mit nahezu der gesamten FPÖ-Ministerriege an der Enthüllung des Denkmals an der Mölker Bastei am Montag teil. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von der Bundesheer-Garde; unter den Gästen weilte auch Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ).


Die Neos zeigten sich verwundert, sei die Veranstaltung doch eine private gewesen, so Nationalrats-Abgeordneter Douglas Hoyos-Trauttmansdorff. Er will unter anderem wissen, wer den Auftritt der Gardemusik anordnete.

"Keine private Veranstaltung"
"Es ist keinesfalls eine private Veranstaltung gewesen, nachdem nahezu die gesamte FPÖ-Regierungsmannschaft vor Ort war", sagte ein Sprecher von Kunasek. Er verwies auf die Anwesenheit der Dritten Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller (FPÖ) bei dem Festakt, somit seien Regierung und Parlament vertreten gewesen. FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker erklärte, dass die Gedenkstätte "privat finanziert" wurde.

Er kritisierte die Stadt Wien, die sich von dem Denkmal distanziert hatte. Wissenschaftliche Untersuchungen haben laut der Stadt Wien gezeigt, dass oft ehemalige Nationalsozialistinnen zum Wiederaufbau zwangsverpflichtet wurden. "Ihnen würde man ein Denkmal setzen", so eine Sprecherin von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ).

"Dieser Generation an Frauen verdanken wir nach dem Krieg den Aufbau und unseren Wohlstand . . . Diese nun als Nazi-Verbrecher hinzustellen und pauschal mit NS-Gräueltaten in Verbindung zu bringen, macht mich sprachlos", sagte Hafenecker.




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Dokument erstellt am 2018-10-03 17:06:39


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