• vom 02.03.2018, 12:19 Uhr

Wien

Update: 06.03.2018, 07:56 Uhr

Jugendliche Gründer

Erst kommt die Matura, dann die GmbH




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Von Mathias Ziegler

  • Mit ihrem Start-up machen vier Schüler Amazons Buchversand auf lokaler Ebene Konkurrenz.

Konstantin Klingler (l.) und Moritz Stephan haben Lobu.at gegründet. - © Laubner

Konstantin Klingler (l.) und Moritz Stephan haben Lobu.at gegründet. © Laubner

Wien. Vier Schüler haben sich zusammengetan, um die Wiener Wirtschaft zu fördern. Die beiden 17-Jährigen Moritz Stephan und Konstantin Klingler von der Sir Karl Popper Schule am Wiedner Gymnasium haben im Jänner 2017 das Start-up Lobu.at gegründet, an dem sich inzwischen zwei weitere Schulkollegen beteiligen. "Lobu" steht dabei für "Lokaler Buchhandel" beziehungsweise "Local Buy". Das Konzept besteht nämlich darin, Bücher an Wiener Kunden nicht aus dem Internet, sondern von Buchhändlern aus der Umgebung auszuliefern (die "Wiener Zeitung" berichtete).

Seit Dienstagabend sind sie ihrem Ziel einen riesengroßen Schritt näher: Als jüngste Teilnehmer bei "2 Minuten 2 Millionen" haben sie mit Erfolg in der Start-up-Show des TV-Senders Puls4 ihr Glück versucht, um von den dortigen Investoren 30.000 Euro zu bekommen. "Das sind die Kosten für die Entwicklung des Chatbots, den wir gerade fertigprogrammiert haben", erklärt Konstantin. Mit dem neuen Software-Tool soll Lobu.at nach einer Testphase im 18. Bezirk nun auf ganz Wien ausgeweitet werden. Und wer weiß, wohin es in weiterer Folge noch gehen kann.

In der Puls4-Show sorgten sie bei den fünf Unternehmern für Lacher und totale Begeisterung, vor allem mit ihrem Understatement. Da fielen Sätze wie: "Wir haben auch ein paar Start-up-Wettbewerbe gewonnen, mit den Preisgeldern haben wir unser Projekt vorfinanziert." Und das aus dem Mund eines 17-Jährigen. Im Grunde war sehr schnell nicht die Frage, ob Lobu.at Geld von den Löwen bekommen sollte, sondern nur, in welcher Form.

Firmenwert: rein rechnerisch rund 450.000 Euro

Als Konkurrenz zu Amazon sehen sich die vier Schüler nur bedingt, "dazu sind wir wohl zu klein - aber wenn es eine Möglichkeit gibt, dass die Leute lokal einkaufen, dann wollen wir das ermöglichen", meint Moritz. Das ist auch der Punkt, der den Start-up-Investor Hans Peter Haselsteiner besonders beeindruckt hat: "95 Prozent der Güter, die man bei Amazon bekommt, gäbe es auch um die Ecke. Das muss man doch fördern. Der Kampf gegen Amazon und Google ist ja praktisch eine Menschenpflicht." Folgerichtig will das Lobu.at-Team jetzt einmal mit Büchern beginnen und dann schauen, was sonst noch möglich ist. "Man könnte mit dem Grundkonzept natürlich auch noch vieles andere liefern", sagt Konstantin. "Das ist ein Thema, das man einfach unterstützen muss", sagt auch Startup300-Gründer Michael Altrichter, der selbst mit zwölf Jahren an seinem Commodore herumprogrammiert und später mit Apps ein Vermögen gemacht hat.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-02 12:23:36
Letzte Änderung am 2018-03-06 07:56:26


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