• vom 19.11.2012, 15:26 Uhr

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Update: 20.11.2012, 09:32 Uhr

Wiener Linien

...können Sie sich eigentlich noch hören?




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Von Birgit Riezinger

  • Sagen Sie mal...
  • Franz Kaida, (Noch-)Stimme der Wiener Linien, im Interview.

"Wiener Zeitung": Kaum jemand hört seine eigene Stimme so oft wie Sie. Stört Sie das?

Franz Kaida: Nein. Ich bin daran gewöhnt. Es ist schon eine ganze Weile her, als ich mit den Durchsagen begonnen habe. Aber ich glaube, ich empfand es auch am Anfang nicht als ungewohnt.


Sind Sie froh oder wehmütig, wenn Ihre Stimme aus den Wiener Öffis verschwinden wird?

Weder das eine, noch das andere. Es ist selbstverständlich, dass eine neue Stimme (Angela Schneider, Anm.) kommt. Ich sehe das eher emotionslos. Ich werde auch künftig bei Durchsagen, nur dann aufmerksam hinhören, wenn ich auf Informationen angewiesen bin. Besonders kritisch werde ich Frau Schneider nicht lauschen.

Haben Sie eine Ahnung, wie viele Stunden Sie damit verbracht haben, Stationen durchzusagen?

Information

Franz Kaida (70) war seit 1968 die "Stimme" der Wiener Linien. Heuer ist er in Pension gegangen. Seine Durchsagen in den Öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt Wien werden ab Dezember Schritt für Schritt von den Ansagen der Kaida-Nachfolgerin Angela Schneider abgelöst - etwa bis Mitte 2013 werden sowohl Kaidas, als auch Schneiders Stimme in den Öffis zu hören sein. Schneider (49) wurde im Oktober in einem Online-Voting zur neuen Stimme der Wiener Linien gekürt.

Es wäre interessant, einmal nachzurechnen. Aber es waren bestimmt etliche 100 Stunden. Im analogen Zeitalter habe ich bestimmt zwei/drei Tage pro Woche Durchsagen eingesprochen. Im digitalen Zeitalter ist es weniger geworden. Ich musste nur noch einzelne Wörter einsprechen.

Was war Ihre letzte Durchsage?

Straßenbahnmuseum.

Träumen Sie manchmal von den Namen der Stationen?

Nein. Da fallen mir bessere Sachen ein.

Waren Sie schon einmal selbst auf Ihre eigene Durchsage angewiesen?

Bestimmt. Es gibt auch für mich weiße Flecken in Wien. Wenn ich mich wo nicht genau auskenne, höre ich genauer hin. Dass ich mir dabei selbst die Information gebe, kommt mir nicht weiter seltsam vor.

Haben Sie ein Lieblings-Verkehrsmittel?

Das kommt ganz darauf an. In der Lobau beispielsweise ist es das Fahrrad. Manchmal ist es das Auto. Und im innerstädtischen Bereich sind es die Öffis. Die U-Bahn ist mir dabei lieber als die Straßenbahn, wegen der Schnelligkeit und der kürzeren Intervalle.




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Dokument erstellt am 2012-11-19 15:30:04
Letzte Änderung am 2012-11-20 09:32:11


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