• vom 23.06.2016, 16:17 Uhr

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E-Mobilität

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Von Bernd Vasari

  • Kabelloses Laden soll der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen. Auch Audi und VW setzen nun auf Stromer.

Per magnetischem Wechselfeld zwischen Fahrzeugboden und Bodenplatte können E-Autos in Zukunft getankt werden. - © BMW Group

Per magnetischem Wechselfeld zwischen Fahrzeugboden und Bodenplatte können E-Autos in Zukunft getankt werden. © BMW Group

Wien. Der Aufstieg der Elektromobilität vom vielbelächelten Antriebsmodell zum seriösen Konkurrenten für Verbrennungsmotoren könnte schon bald Realität sein. Schließlich bekennen sich - nach Renault Nissan und BMW - mit VW und Audi zwei weitere große Autohersteller zum massiven Ausbau ihrer strombetriebenen Flotte.

Stefan Niemand, Chef der Elektroabteilung von Audi, gab am Donnerstag in Wien die Richtung vor: Anfang 2018 will Audi ein Elektro-Auto auf den Markt bringen, das neue Maßstäbe setzen soll. "Das Ziel ist es, drei Millionen Modelle zu verkaufen", sagt Niemand. Um die nötigen Kunden anzulocken, soll das Auto nicht teurer sein, als konventionelle Verbrenner. Die Reichweite wird über 500 Kilometer liegen, versprach der Vorstandsvorsitzende.


Ob der Plan von Erfolg gekrönt sein wird, hängt davon ab, ob bis dahin ein flächendeckendes Ladesystem installiert werden kann. In Österreich wurde das Netz zuletzt verdichtet. Schnellladestation gibt es spätestens alle 60 Kilometer, sagt Michael Fischer, Geschäftsführer des Stromanbieters Smatrics.

In zwei Jahren soll auch induktives Laden möglich sein. Dabei wird elektrische Energie per magnetischem Wechselfeld zwischen Bodenplatte und Fahrzeugboden übertragen. "90 Prozent des Tages steht ein Auto. In dieser Zeit kann es dann aufgeladen werden", sagt Fischer. Das derzeitig oftmals noch mühsame Aufladen wäre dann Geschichte. Fischer ist sich sicher: "Der Ausbau von induktiven Ladestellen könnte der Elektromobilität zum großen Durchbruch verhelfen."

Die ersten Autos mit dementsprechenden Fahrzeugboden sollen ab 2018 auf den Markt kommen. Kurz danach werde es auch zum Ausbau von Bodenplatten im öffentlichen Bereich kommen, sagt Fischer. Verbindliche Angaben zu einem möglichen Zeitpunkt könne er aber noch nicht machen.

Keine Klimawende
ohne Verkehrswende

Erfreut von der aktuellen Entwicklung der Elektromobilität zeigt sich Wolfgang Anzengruber, Vorstandsvorsitzender des Stromunternehmens Verbund. "Alles, was beim Klimagipfel in Paris beschlossen wurde, ist ohne eine Verkehrswende nicht zu machen", sagt er. Denn 35 Prozent der Energie, die verbraucht werde, gehe in die Mobilität.

"Die CO2-Emissionen sind nicht nur ein Problem für Grünbewegte und für die Ökologie, sondern sind vor allem ein ökonomisches Problem", erklärt Anzengruber. "Durch die Konsequenzen einer Klimaerwärmung würden wir hohe finanzielle Einbußen haben."

Das Umdenken in der Autoindustrie wurde durch eine Entscheidung der Europäischen Union im Jahr 2008 ausgelöst. Demzufolge dürfen alle Autos eines Herstellers, die im Jahr 2021 neu zugelassen werden, im Durchschnitt maximal 95 Gramm pro Kilometer an CO2 ausstoßen. Hohe Strafzahlungen in Milliardenhöhe drohen, sofern diese Ziele nicht erreicht werden.

In Österreich sind derzeit etwa 10.000 Autos mit Kabel unterwegs. Im ersten halben Jahr wurden mehr als 2000 Stromer verkauft.




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Dokument erstellt am 2016-06-23 16:20:08


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