• vom 10.10.2017, 16:03 Uhr

Unterwegs

Update: 10.10.2017, 16:21 Uhr

Verkehr

Besoffen hinterm Steuer




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  • Im ersten Halbjahr erwischte die Exekutive 515 Autofahrer unter Drogeneinfluss und 2057 Alkolenker.

200.000 Alkoholtests wurden im ersten Halbjahr durchgeführt, erste Drogenvortestgeräte befinden sich gerade erst im Testbetrieb. - © APAweb, Herbert Pfarrhofer

200.000 Alkoholtests wurden im ersten Halbjahr durchgeführt, erste Drogenvortestgeräte befinden sich gerade erst im Testbetrieb. © APAweb, Herbert Pfarrhofer

Wien. Personen, die ihre Fahrzeuge unter dem Einfluss verbotener Substanzen durch den Wiener Verkehr steuern, werden ein immer größeres Problem. Das zeigt nicht zuletzt die Bilanz des ersten Halbjahres 2017: Bis 30. Juni wurden 597 Personen dem Amtsarzt vorgeführt, 515 von ihnen wegen Fahrens unter Drogeneinfluss auch angezeigt. Im selben Zeitraum erwischte die Wiener Exekutive 2057 Alkolenker.

Dafür wurden mehr als 200.000 Alkoholvortests durchgeführt. Entsprechende Drogenvortestgeräte befinden sich gerade erst im Testbetrieb. Es wird noch einige Zeit dauern, bis sie der Polizei flächendeckend zur Verfügung stehen. Zumindest bis dahin ist die Menschenkenntnis und das geschulte Auge der Beamten das wichtigste Asset im Kampf gegen den Drogenmissbrauch am Steuer. Davon konnten sich Journalisten am Montagabend bei einem Suchtmittel-Verkehrsplanquadrat der Meidlinger Polizeiinspektion Hufelandgasse überzeugen, die seit etwa fünf Jahren große Erfolge vorweisen kann.


Auch am Montag gingen den 26 eingesetzten Beamten allein in den ersten acht Stunden des Schwerpunkts mehr als 20 durch Suchtmittel beeinträchtigte Lenker ins Netz. Kurz nach 19.30 Uhr fuhren die Beamten Reinhard S. und Michael I. von der Inspektion weg. Nicht einmal zehn Minuten später rauschte ein älterer Mazda viel zu schnell und viel zu laut am Gürtel am zivilen Wagen der Polizisten vorbei. Diese schalteten das Blaulicht ein und winkten den Fahrer auf der Eichenstraße zur Seite.

"Ich war
ein Gangster"

Es folgte eine genaue Kontrolle des Pizzalieferanten. Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass er weder Verbandskasten, noch das Pannendreieck, noch die Warnweste im Wagen hatte. Ebenso wenig konnte der 41-jährige Mann einen Führerschein vorweisen. Endgültig misstrauisch wurden die beiden Polizisten, als der Verkehrsteilnehmer beim Öffnen der Motorhaube mehr oder weniger hektisch an der Batteriehalterung herumschraubte, weil diese nicht befestigt war.

Nicht zuletzt wegen diesem seltsamen Verhalten nahmen die Beamten ihn auf die Inspektion mit. Dort stellte sich heraus, dass der 41-Jährige, der in Favoriten wohnt, seit Jahren keine Lenkerberechtigung hatte und drei Anträge zur Wiedererlangung derselben abgewiesen worden waren. Dazu kam ein aufrechtes Waffenverbot, das er mit den Worten "ich war ein Gangster" quittierte.

Weiters stellte sich heraus, dass gegen ihn zahlreiche Verwaltungsstrafen bestanden, die er offenbar prinzipiell nicht beglichen hatte. In Gewahrsam nehmen konnten ihn die Beamten aber nicht, weil er heuer dafür bereits im Gefängnis gewesen war und bis Mitte November für einen weiteren Aufenthalt im Arrest gesperrt war.

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Schlagwörter

Verkehr, Pkw, Alkohol, Drogen, Polizei

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-10-10 16:09:06
Letzte Änderung am 2017-10-10 16:21:06


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