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Von Bernd Vasari

  • Kopenhagener Carsharing-Unternehmen Green Mobility will in Wien erste reine Stromfahrzeugflotte anbieten.

Nicht abhängig von öffentlichen Ladestationen ist der Kopenhagener Carsharing-Anbieter Green Mobility. - © Green Mobility

Nicht abhängig von öffentlichen Ladestationen ist der Kopenhagener Carsharing-Anbieter Green Mobility. © Green Mobility

Wien/Kopenhagen. Immer weniger Wiener wollen ihr Geld für ein eigenes Auto ausgeben. Keine Kosten mehr für Kauf, Reparatur, Versicherung und Treibstoff. Statt ein Auto zu besitzen, wollen sie Autos lieber teilen. Die beiden Carsharing-Anbieter DriveNow und Car2go profitieren von diesem Trend: Das Geschäft boomt, rund 200.000 Wiener nutzen mittlerweile das Angebot, Tendenz steigend. Nun wollen auch andere Unternehmen in den Markt einsteigen.

Ab Montag startet der Anbieter "Stadtauto" des Unternehmens GreenMove mit 15 Autos. Im Frühjahr 2018 soll der Vollbetrieb mit rund 70 Fahrzeugen aufgenommen werden, wobei auf ein einziges Modell gesetzt wird. Die Flotte wird mit Hyundai Ioniq bestückt. Anfangs ist ausschließlich die Hybridversion im Programm. Später sollen batterieelektrisch betriebene Fahrzeuge des selben Typs eingesetzt werden.


Der Anbieter Green Mobility aus Kopenhagen geht noch einen Schritt weiter. Das Unternehmen will in Wien ausschließlich Fahrzeuge mit Stromantrieb einsetzen. Die derzeit noch spärlich gesäten Ladepunkte in der Stadt bereiten Geschäftsführer Torben Andersen jedoch kein Kopfzerbrechen. "Unser Konzept hängt nicht von öffentlichen Ladestationen ab", sagt er im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".

So wie in Kopenhagen will das Unternehmen Parkplätze in Garagen anmieten und diese mit eigenen Ladepunkten ausstatten. Mitarbeiter werden die Fahrzeuge zu den Punkten fahren und aufladen. Die Autos können aber auch an den öffentlichen Ladepunkten aufgeladen werden.

Im Gegensatz zu DriveNow und Car2go will Green Mobility auch die Außenbezirke von Wien bespielen. Derzeit wird noch mit Investoren verhandelt, die das Projekt finanzieren sollen.

DriveNow: "Schleppender Ausbau von Ladestationen"
Der einzige Wiener Carsharing-Anbieter mit Elektroautos ist derzeit DriveNow. Seit zwei Jahren stellt das Unternehmen der beiden Inhaber BMW und Sixt in Wien 20 elektrische BMW-Modelle zu Verfügung. "Das Interesse ist enorm", sagt DriveNow-Geschäftsführer Robert Kahr. Er beklagt jedoch den schleppenden Ausbau von Ladepunkten in der Stadt. Dass 500 neue Punkte bis Ende 2018 installiert werden sollen, mache durchaus Sinn, sagt er. "Es bleibt aber abzuwarten, ob das tatsächlich umgesetzt wird." Erst danach könne man sagen, ob DriveNow zusätzliche E-Autos anbietet. "Wir sind jedenfalls bereit", erklärt Kahr. Abseits der Infrastruktur sieht er auch noch Nachholbedarf bei den Kunden. "Es gibt Berührungsängste beim E-Tanken. Diese müssen wir abbauen." Für viele sei es noch ungewohnt, den Tankvorgang per Bildschirm im Auto zu steuern.

Bei Car2go wird es vorerst noch keine strombetriebenen Pkw in Wien geben. Entweder die ganze Flotte, oder gar nicht, so das unumstößliche Prinzip des Anbieters von Autohersteller Daimler. Drei komplette E-Flotten bietet Car2go derzeit in Amsterdam, Stuttgart und Madrid an.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-11-01 15:56:06
Letzte Änderung am 2017-11-02 08:54:46


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