• vom 31.08.2018, 18:54 Uhr

Unterwegs

Update: 31.08.2018, 18:58 Uhr

U6

Döners letzte Fahrt




  • Artikel
  • Kommentare (2)
  • Lesenswert (6)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Das Essverbot in der U6 ist in Kraft getreten, bereits am Freitag hielten sich Fahrgäste daran.

Darf künftig nicht mehr in die U6 mitgenommen werden: der Döner.

Darf künftig nicht mehr in die U6 mitgenommen werden: der Döner.© dpa/Söhnke Callsen Darf künftig nicht mehr in die U6 mitgenommen werden: der Döner.© dpa/Söhnke Callsen

Wien. (red) Das Essverbot in der U6 ist in Kraft. Seit heute, Samstag, ist dort generell der Verzehr von Speisen verboten. Am Freitag wollten es Gegner der neuen Regelung noch einmal so richtig krachen lassen. "Das letzte Mal Falafel/Döner essen in der U6", lautete ein Aufruf auf Facebook. Tausende bekundeten ihr Interesse. Doch als die Aktion am Freitag zu Mittag in der U-Bahn-Station Josefstädter Straße startete, fand sich gerade einmal eine Handvoll Menschen zu der Aktion ein.

Schon Tage davor wurden in den U-Bahn-Stationen Hinweise auf das Essverbot in der U6 angebracht. Auf großflächigen Plakaten in den Stationen wurde mit Sujets wie dem "Tatort Leberkäs" oder einer "Pizza Kriminale" auf die neue Regelung hingewiesen. Die Fahrgäste schienen sich auch schon vor dem Inkrafttreten des Verbots daran zu halten. Bei einem Lokalaugenschein in der vollen Linie zu Mittag war nur ein essender Fahrgast zu sehen.


Interesse vorwiegend online
Und so schlug zumindest vorerst der Essensaufruf fehl. Gestartet hatte ihn ein Komiker auf Facebook. In seiner Videobotschaft rief er dazu auf "für das Grundrecht morgens, mittags und wenn es dunkel ist, Döner in der U6 zu verspeisen", zu kämpfen. Dabei sollte man Fotos und Videos machen und diese posten.

Der Aufruf bekam immerhin auf Facebook breite Aufmerksamkeit. Bereits Tage vor der Aktion hatten knapp 2000 Personen ihre Teilnahme angekündigt und mehr als 10.000 Personen zeigten in dem sozialen Netzwerk Interesse an der Veranstaltung.

Einer, der auf diesen Zug aufsprang, war Restaurantbesitzer, Abdullah Ünal. Sein Lokal befindet sich bei der U6 Station Josefstädter Straße. Ideal für den Unternehmer, der den Teilnehmern der Aktion auch gleich das dazugehörige Essen anbot. "Hier gibt es viele Klubs und freitags viele Leute". Um der Aktion einen Mehrwert zu geben, kooperiert er mit der Wiener Tafel. Ein Drittel des Umsatzes aus der Aktion will der Unternehmer an die karitative Organisation spenden.

Zumindest zu Mittag hatte es nicht den Anschein, als ob hier viel Geld zusammenkommen würde. Doch Ünal blieb zuversichtlich. "Im Laufe des Tages werden noch mehr kommen", war er überzeugt. Die Wiener Tafel war übrigens mit einem eigenen Team vor dem Restaurant anwesend, um Spenden zu sammeln.

Kontrolliert wird das Essensverbot durch die Sicherheitsmitarbeiter der Wiener Linien. "Wir setzen am Anfang sehr stark auf Sensibilisierung und Information", sagte Reinagl. Gestraft wird vorerst nicht.

Am 15. Jänner 2019 wird das generelle Essverbot auf alle U-Bahn-Linien ausgeweitet. Bei einer aktuellen Umfrage der Wiener Linien, an der sich etwa 50.000 Personen beteiligt hatten, sprachen sich an die 28.000 Menschen dafür aus, dass die Nahrungsaufnahme in den Garnituren generell untersagt wird. "Die Leute wollten klare Regeln", sagte dazu Öffi-Stadträtin Ulli Sima.




Schlagwörter

U6, Essverbot

2 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-31 18:02:54
Letzte Änderung am 2018-08-31 18:58:26


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Die Gras-Greißler
  2. Keiner will’s gewesen sein
  3. Stadt im Traume
  4. Freispruch von Vergewaltigungsvorwurf
  5. Mit Essen die Umwelt retten
Meistkommentiert
  1. Shoah-Gedenkmauer fix
  2. Nichts zu machen?
  3. Jetzt schon vorweihnachtlich
  4. Zu schnell für den Gehsteig
  5. Wiener Linien suchen Mitarbeiter per Pizzakarton

Werbung



Rad

Leihradsystem

"oBike"-Leihräder werden massiv reduziert

20180328Obike - © APAweb/AFP, Geoffroy van der Hasselt Wien. Der stationslose Leihradanbieter "oBike" reduziert seine Flotte in Wien massiv. Demnach werden 800 Räder abgezogen, 1... weiter




Wien Palais Schönbrunn nach Baden über die nächtliche Wiener Neustädter Straße B17 im Winter

Fatbike und Schibekleidung Der gelernte Vorstadt- Österreicher eifert auf der Piste seinen alpinen Idolen nach ohne dabei zu erfrieren. Wenn es aber darum geht sich oder seine... weiter









Werbung