• vom 09.11.2018, 17:44 Uhr

International


Karstadt/Kaufhof

Die große Rivalen-Fusion




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  • Der neue Coup des Tiroler Investors René Benko - das deutsche Kartellamt genehmigt den Zusammenschluss der Einzelhändler Kaufhof und Karstadt.

- © M. Hirsch

© M. Hirsch

Investor Benko weitet sein Handelsimperium aus.

Investor Benko weitet sein Handelsimperium aus.© apa/Hans Klaus Techt Investor Benko weitet sein Handelsimperium aus.© apa/Hans Klaus Techt

Frankfurt. (ast) "Weder aus der Perspektive der Verbraucher noch aus Sicht der Hersteller und Lieferanten gab es durchschlagende wettbewerbliche Bedenken", erklärte der deutsche Kartellamts-Präsident Andreas Mundt am Freitag. Mit diesen Worten begründete er die Genehmigung für den Zusammenschluss der beiden großen traditionsreichen Einzelhändler. Der Fusion der Warenhausketten Kaufhof und Karstadt steht damit nichts mehr im Weg.

Mitte September hatten die Eigentümer der beiden Warenhäuser - der nordamerikanische Handelsriese HBC und die österreichische Beteiligungsgesellschaft Signa von Investor Rene Benko - den Zusammenschluss der einstigen Erzrivalen vereinbart. Damit wollen sie ihre Zukunft im harten Wettbewerb mit dem Onlinehandel sichern. Bei der Entscheidung sei berücksichtigt worden, dass das Internet-Shopping für viele Kunden mittlerweile eine Alternative zu Kaufhäusern sei, teilte das Kartellamt mit. Karstadt und Kaufhof hätten also nicht nur Konkurrenten im stationären Geschäft. Auch der Online-Handel sorge für zusätzlichen Wettbewerbsdruck.


Die Kaufhäuser hätten nur in einzelnen Warengruppen und Regionen Marktanteile von mehr als 25 Prozent, erläuterte die Behörde weiter. Die Warengruppen Gepäck, Wäsche, Sport und Outdoor, Spiele und Spielwaren, Heimtextilien sowie Büro- und Schreibwaren seien näher geprüft worden, weil die Marktstellung der beiden Einzelhändler hier am stärksten sei. Es hätten sich aber keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken ergeben, die eine Untersagung des Vorhabens rechtfertigen würden. Das Kartellamt behielt sich allerdings vor, die Einkaufskooperation Intersport, zu der Karstadt gehört, nach der Fusion genauer zu prüfen.

Internet-Konkurrenz und Stellenabbau-Angst
Die beiden Marken Karstadt und Kaufhof sollen nach der Fusion zunächst erhalten bleiben. Die zusammengeführten Geschäfte erzielten HBC zufolge 2017 einen Umsatz von 5,4 Milliarden Euro und damit etwa deutlich weniger, als der Online-Marktführer Amazon in Deutschland umsetzt.

Das Gemeinschaftsunternehmen wird künftig 234 Warenhäuser in Deutschland betreiben und rund 32.000 Mitarbeiter beschäftigen. Besonders in der Kaufhof-Belegschaft geht allerdings die Sorge um, dass es zu zahlreichen Stellenstreichungen kommen werde. Karstadt-Eigner Benko hatte indes Spekulationen über einen massiven Stellenabbau bei Kaufhof im Zuge der Warenhausfusion zurückgewiesen.

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Dokument erstellt am 2018-11-09 17:55:20


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