• vom 09.11.2018, 06:43 Uhr

International


Großbritannien

Nach Sommerhoch droht britischer Konjunktur ein Tief




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief






    London. Trotz der Unsicherheit wegen des näher rückenden Brexit ist die britische Wirtschaft im Sommer kräftig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Juli bis September um 0,6 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistikamt ONS am Freitag mitteilte. Damit dürfte das Vereinigte Königreich wenige Monate vor dem Abschied aus der EU viele europäische Länder konjunkturell deutlich überflügelt haben. Doch wirft der Brexit bereits seine Schatten voraus: Die Investitionen wurden laut ONS so schnell zurückgefahren wie seit Anfang 2016 nicht mehr. Jüngste Umfragen im Oktober lassen zudem darauf schließen, dass das Wachstum abebben wird. Die Bank von England geht daher für die letzten drei Monate 2018 nur noch von plus 0,3 Prozent aus. Damit würde sich die Wirtschaftsleistung jedoch noch immer im grünen Bereich bewegen.

    DUP erhöht Druck auf May
    In der Debatte über den richtigen Brexit-Kurs hatte die nordirische Partei DUP am Freitag noch einmal den Druck auf die britische Premierministerin Theresa May verstärkt. "Wir werden keine Vereinbarungen mittragen, die Nordirland vom Rest des Vereinigten Königreichs trennen und an die Zoll- und Regierungsvorschriften der EU binden", schrieb die Vorsitzende der DUP, Arlene Foster, in einem Brief an May. Die Minderheitsregierung der Konservativen unter May ist für eine Mehrheit im Parlament von den Stimmen der protestantischen und pro-britischen DUP abhängig.


    Auslöser der Warnung der DUP war ein Brief Mays an die nordirische Partei, aus dem die "Times" zitierte. In diesem hatte die Premierministerin geschrieben, die EU wolle eine Zollgrenze in der Irischen See etablieren, falls ein Austrittsabkommen zwischen der Staatengemeinschaft und Großbritannien nicht zustande komme. Allerdings werde sie, May, niemals zulassen, dass eine Spaltung des Königreichs "in Kraft tritt". Die DUP wertete die Formulierung Mays so, dass sie eine solche Vereinbarung mit der EU zwar eingehen könnte, aber nicht umsetzen wolle. Der Umgang mit der irischen Grenze ist der letzte große Streitpunkt in den Verhandlungen zwischen EU-Kommission und britischer Regierung.




    Schlagwörter

    Großbritannien

    Leserkommentare




    Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


    captcha Absenden

    * Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-11-09 17:55:20


    Beliebte Inhalte

    Meistgelesen
    1. Warum die Einkommen stagnieren
    2. "Wir sind in der Realität angekommen"
    3. Marinomed gibt Startschuss für Börsengang
    4. Malaysia-Geschäfte beschädigen Ruf von Goldman Sachs
    5. "Wir haben keinen Planeten B"
    Meistkommentiert
    1. "Wir haben keinen Planeten B"
    2. Welches Lohnplus gerechtfertigt ist
    3. Blutige Geschäfte
    4. Gewerkschaft erhöht Gangart
    5. Österreichs Spitzenmanager verdienen zu viel

    Werbung



    Quiz


    Firmenmonitor







    Werbung