NewYork/KualaLumpur. Die Wall-Street-Bank Goldman Sachs kämpft wegen des milliardenschweren Skandals beim malaysischen Staatsfonds 1MDB um ihren Ruf. Nun meldete sich Unternehmenschef David Solomon zu Wort, weil die Affäre immer weitere Kreise zieht. Goldman-Sachs-Banker haben den Fonds, aus dem Gelder unterschlagen worden sein sollen, aufgebaut. Die US-Behörden nehmen nun die relevanten Mitarbeiter ins Visier.

Soloman zeigte sich empört, die Aktie ist seit Tagen unter Druck. "Ich bin persönlich entrüstet, dass ein Angestellter dieser Firma solche Schritte unternehmen könnte, wie sie in der Anklageschrift stehen", sagte Solomon in der Sprachnachricht an alle Goldman-Mitarbeiter, die der Nachrichtenagentur Bloomberg vorliegt.

Vorwurf der Bestechung

Anfang der Woche hatte der malaysische Finanzminister eine volle Rückzahlung der Gebühren von Goldman verlangt. Dabei soll es sich laut "Wall Street Journal" um 600 Millionen Dollar handeln. Die Aktie brach daraufhin am Montag um 7,5 Prozent ein und steht immer noch unter Druck. Premier Mahathir Mohamed sagte vor kurzem dem Finanzsender CNBC, Malaysia sei von Goldman Sachs "betrogen worden".

Das US-Justizministerium hat mittlerweile mindestens drei frühere Topbanker von Goldman Sachs mit dem Skandal in Verbindung gebracht. Ein Banker hat sich bereits bei den US-Behörden unter anderem der Bestechung schuldig bekannt. Für Goldman Sachs sei das Ganze ein Reputationsdesaster, schrieb Chris Kotowski vom US-Analysehaus Oppenheimer & Co. in einer Studie.

Bei dem Skandal geht es um Geld aus dem 2009 von dem damaligen Premier Najib Razak aufgelegten Regierungsfonds: Aus dem Fonds sollen mehr als 4,5 Milliarden Dollar abgezweigt worden sein.