Wien. Laut OECD bleibt das Wachstum in Österreich "robust", wird sich aber in den kommenden beiden Jahren verlangsamen. Das Beschäftigungswachstum bleibe "solide", die Inflation mit zwei Prozent "moderat". "Das breitbasierte Wachstum beruht auf einer kräftigen Nachfrage im In- und Ausland", so die OECD in ihrem Wirtschaftsausblick.

Der Fachkräftemangel in Österreich werde unter anderem durch die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte, steigende Erwerbsquoten von Frauen und älteren Arbeitskräften abgefedert. Wobei die Hindernisse für die Vollzeitbeschäftigung von Frauen "nach wie vor beträchtlich" und mitverantwortlich dafür seien, dass Frauen nach der Geburt des ersten Kindes ganz oder teilweise aus dem Erwerbsleben ausschieden.

"Die Politikverantwortlichen sollten in Erwägung ziehen, die steuerlichen Anreize für Teilzeitarbeit einzuschränken, um die derzeit relativ geringe Erwerbsbeteiligung der Frauen zu erhöhen", richtet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung aus. Wobei die OECD noch einen Tipp für die Bundesregierung parat hat: "Mit weiteren Maßnahmen, unter anderem zur Beseitigung von Ineffizienzen in Bildung, Gesundheitsversorgung und öffentlicher Verwaltung, ließen sich die Kosten einer alternden Gesellschaft eindämmen und es würden Mittel für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie frei werden."

Zur Budgetpolitik hielten die Experten fest: "Die Steuerbelastung der Erwerbseinkommen bleibt in Relation zu vergleichbaren Ländern hoch, obwohl die Steuerreform von 2016 mit einer Senkung der Einkommensteuer zur Ankurbelung des privaten Verbrauchs beigetragen hat."

Brüssel lobt Budgetpläne

Unterdessen hat die EU-Kommission Österreich und weitere neun Euro-Länder für die Budgetpläne 2019 gelobt. Der Vizepräsident der EU-Kommission Valdis Dombrovskis erklärte am Mittwoch, die Haushaltspläne dieser zehn Staaten stünden im Einklang mit dem Stabilitäts- und Wachstumspakt. Neben Österreich sind dies Deutschland, Irland, Griechenland, Zypern, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande und Finnland. Zu Griechenland merkte Dombrovskis an, dass die Entwicklung wichtig für das Vertrauen des südlichen Eurolandes sei. Griechenland habe erstmals einen Budgetentwurf vorgelegt, der mit dem Stabilitätspakt vereinbar sei.

Generell zeigte sich Dombrovskis erfreut, dass die Investitionen um fast vier Prozent zunehmen würden. Außerdem glaubten immer mehr Europäer, dass der Euro gut sei. Dies sei ein ermutigendes Zeichen für die Vervollständigung der Wirtschafts- und Währungsunion. Gleichzeitig sei es weiterhin notwendig, Fiskalpuffer zu schaffen, um künftige Schocks durchzustehen. Jedenfalls führten mehr Produktivität und Wachstum auch dazu, dass Löhne stärker erhöht werden könnten, ohne die Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.