• vom 03.12.2018, 22:13 Uhr

International

Update: 04.12.2018, 10:12 Uhr

OPEC

Katar zieht sich aus Opec zurück




  • Artikel
  • Lesenswert (6)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Katar will im Streit mit Saudi-Arabien und Riads Verbündeten nicht klein beigeben.

Ölplattform im Golf von Katar. - © APAweb, afp, Behrouz Mehri

Ölplattform im Golf von Katar. © APAweb, afp, Behrouz Mehri


© M. Hirsch © M. Hirsch

Doha/Wien. Katar wird zu Jahresbeginn 2019 aus dem Ölkartell Opec mit Sitz in Wien austreten. Das kündigte Energieminister Saad Sherida al-Kaabi am Montag an. Katar habe die Opec bereits über den Rückzug informiert, meldete die staatliche Nachrichtenagentur QNA. Der Rückzug spiegle den Wunsch Katars wider, sich auf die Steigerung der Gasproduktion zu konzentrieren, zitierte Qatar Petroleum den Minister. Das Land habe in den vergangenen Jahren unablässig an der Entwicklung einer Zukunftsstrategie gearbeitet, die auf Wachstum basiere.

Al-Kaabi zufolge will Katar die Gasförderung bis spätestens 2024 von jährlich 77 Millionen Tonnen auf 110 Millionen Tonnen erhöhen. Das Gas stammt vom South-Pars-Feld vor der Küste des Emirats, dem größten Gasfeld der Welt. Katar teilt es sich mit dem Iran. Katar ist bereits jetzt der größte Flüssiggasproduzent der Welt. Das Golfemirat liefert dem Weltmarkt rund 30 Prozent der Gesamtmenge.


Saudi-Arabien sowie seine Verbündeten Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hatten im vergangenen Jahr eine Blockade über Katar verhängt. Sie werfen dem Land die Förderung von Terrorismus sowie zu enge Kontakte zum schiitischen Iran, dem Erzfeind Saudi-Arabiens, vor. Beobachter sehen in der Blockade den Versuch, Katar auf die politische Linie des Regimes Riads zu bringen.

Katar gehört wegen seiner Gasvorräte zu den reichsten Ländern der Welt. Seit Beginn der Blockade arbeitet das Emirat daran, seine Wirtschaft unabhängig von den Nachbarländern zu entwickeln.

USA nehmen Saudi-Arabien im Fall Khashoggi in Schutz
Saudi-Arabien - zuletzt international punktuell in Verruf geraten wegen des Mordes an dem Journalisten Jamal Khashoggi - ist treibende Kraft in der Opec. Am Montag sind die Ölpreise gestiegen, wegen eines erneuerten Pakts zwischen den beiden wichtigen Förderstaaten Saudi-Arabien und dem Nicht-Opec-Mitglied Russland. Auf dem G20-Gipfel haben sich Russlands Präsident Wladimir Putin und der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman auf eine Verlängerung des Kürzungsabkommens in das nächste Jahr geeinigt. Der Weg für eine gemeinsame Produktionskürzung auf dem Treffen der Opec am Donnerstag in Wien ist geebnet.

Nach neuen Enthüllungen um die Tötung Khashoggis hat US-Außenminister Mike Pompeo den saudischen Kronprinzen in Schutz genommen. "Ich habe alle Geheimdienstinformationen gelesen, die im Besitz der Regierung der Vereinigten Staaten sind", sagte Pompeo am Samstag. "Es gibt keinen direkten Beweis, der ihn mit dem Mord an Jamal Khashoggi verbindet." Zuvor hatte das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Quellen des Geheimdienstes von verdächtigen Nachrichten berichtet, die der Thronfolger zur Zeit des Mordes geschrieben habe. Der Kronprinz hätte mehrere Nachrichten an einen Vertrauten geschickt, der das Killerkommando gesteuert haben soll.




Schlagwörter

OPEC, Katar, Saudi-Arabien

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-12-03 22:25:37
Letzte Änderung am 2018-12-04 10:12:00


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Rosenberger ist pleite
  2. General Motors fährt wieder bergab
  3. Gericht verhängt Verkaufsverbot für diverse iPhone-Modelle
  4. Strabags Prestige-Projekt kurz vor dem Aus
  5. Deutsches Kartellamt verhängte Strafe gegen Strabag-Tochter
Meistkommentiert
  1. Am Konjunkturhimmel ziehen mehr Wolken auf
  2. "Die Arbeiter haben keinerlei Macht"
  3. Strabags Prestige-Projekt kurz vor dem Aus
  4. Weniger Förderung treibt den Preis nach oben
  5. Österreicher spenden heuer 675 Millionen Euro

Werbung



Quiz


Firmenmonitor







Werbung