• vom 04.12.2018, 18:07 Uhr

International

Update: 04.12.2018, 22:25 Uhr

Handelsstreit

Deutsche Autobauer sollen mehr in den USA produzieren




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  • VW-Chef sieht nach Gespräch mit Trump einen "großen Schritt nach vorne, um Autozölle zu vermeiden".

Washington. (reu/dpa) US-Handelsminister Wilbur Ross hat die deutschen Autobauer BMW, Daimler und Volkswagen vor einem Spitzentreffen in Washington zu mehr Produktion in den USA aufgefordert. "Unser Handelsdefizit bei Autos und Autoteilen mit Deutschland beträgt rund 30 Milliarden US-Dollar (26,5 Milliarden Euro). Das ist fast die Hälfte unseres gesamten Handelsdefizits mit Europa", sagte Ross dem Finanzsender CNBC.

Wichtig sei es, einen großen Teil der künftigen Elektroautoproduktion in die Staaten zu bekommen, sagte Ross. Aus der US-Regierung kommen allerdings widersprüchliche Signale. Der Wirtschaftsberater von Präsident Donald Trump, Larry Kudlow, kündigte an, dass die Subventionen für Elektroautos abgeschafft werden sollen. Kudlow sagte auch, der Fokus in den Gesprächen mit den deutschen Autoherstellern liege nicht auf möglichen Zöllen. Allerdings habe Trump diese immer noch "im Köcher". Der Präsident hatte Strafzölle auf Autoimporte aus der EU von bis zu 25 Prozent angedroht. Ross machte die Einführung von Importzöllen auf Autos vom Verlauf von Verhandlungen abhängig.


Mandat liegt bei der EU-Kommission
Die Autobauer wollen Zölle abwenden. Formal haben sie dafür zwar kein Verhandlungsmandat. Konkrete Verabredungen über Handelsfragen müssten von der EU-Kommission getroffen werden. Die Konzerne setzen daher darauf, die Stimmung zwischen ihnen und der US-Regierung durch direkte Kontakte zu verbessern. Hochrangige Delegationen reisten an, darunter Daimler-Chef Dieter Zetsche und der VW-Vorstandsvorsitzende Herbert Diess.

"Wir haben einen großen Schritt nach vorne gemacht, um die Autozölle zu vermeiden", sagte Diess. Der VW-Boss, Daimler-Chef Dieter Zetsche und BMW-Finanzvorstand Nicolas Peter sprachen jeweils getrennt mit Vertretern der US-Administration. Anschließend gab es eine gemeinsame, etwa halbstündige Runde mit Präsident Donald Trump. "Der Präsident hat einen Punkt, wenn er uns überzeugen will, mehr zu investieren und wir sind bereit, mehr zu investieren", sagte Diess. BMW teilte mit, man hätte bereits 9,3 Milliarden Dollar (8,2 Milliarden Euro) in das Werk in Spartanburg (South Carolina) investiert. Bis 2021 seien Investitionen in Höhe von weiteren 600 Millionen Dollar. 70 Prozent der Produktion würden exportiert - ein großer Beitrag für die US-Handelsbilanz. Zudem prüfe BMW den Standort für ein zusätzliches Motorenwerk in den USA.

Trumps Angebot an Xi
Trump hatte im Präsidentschaftswahlkampf versprochen, Industriearbeitsplätze in die USA zurückzuholen. Nun ist er damit konfrontiert, dass General Motors bis zu 15.000 Stellen streichen und mehrere Werke schließen will. Mit den Sparplänen will der Autobauer Mittel freilegen, um die hohen Investitionen in die Elektromobilität und selbstfahrende Autos zu stemmen.

Zweiter Eckpunkt Trumps ist, das Handelsdefizit mit China zu verringern. Mit seinem Amtskollegen Xi Jinping hatte er beim G20-Gipfel vereinbart, die ursprünglich für Anfang Jänner anstehende nächste Runde von Strafzöllen auf Eis zu legen. Trump brachte nun eine Verlängerung der Frist ins Gespräch - und erklärte auf Twitter: "Ich bin ein Mann der Zölle."




Schlagwörter

Handelsstreit, USA, EU, Strafzölle

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Dokument erstellt am 2018-12-04 18:19:40
Letzte Änderung am 2018-12-04 22:25:36


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