• vom 06.12.2018, 21:31 Uhr

International


Erdöl

Opec dreht den Ölhahn zu




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  • Das Ölförderkartell hat sich in Wien auf Förderkürzungen geeinigt.

Die Opec stemmt sich mit aller Kraft gegen die Ölschwemme und versucht den Ölpreis zu stützen.

Die Opec stemmt sich mit aller Kraft gegen die Ölschwemme und versucht den Ölpreis zu stützen.© afp/Haidar Mohammed Ali Die Opec stemmt sich mit aller Kraft gegen die Ölschwemme und versucht den Ölpreis zu stützen.© afp/Haidar Mohammed Ali

Wien. (reuters/dpa/afp) Das Ölkartell Opec hat sich auf seinem Treffen in Wien laut der saudi-arabischen Regierung noch nicht auf eine Förderkürzung einigen können. Er hoffe darauf, dass bis zum Freitagabend etwas zustande komme, sagte Energieminister Chalid al-Falih am Donnerstag. Es sei wichtig, auch Förderstaaten außerhalb der Opec an Bord zu haben.

Zuvor hatten fünf Delegierte des Treffens der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) erklärt, das Kartell warte noch auf eine Entscheidung von Nicht-Opec-Mitglied Russland. Der russische Energieminister Alexander Nowak sei für ein Gespräch mit Präsident Wladimir Putin zurück nach Moskau geflogen. Er werde am Freitag wieder in Wien erwartet.


Saudi-Arabien möchte Russland davon überzeugen, zu der Förderdrosselung mindestens 250.000 bis 300.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag beizusteuern, wie mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Insgesamt soll die Reduzierung 1,3 Millionen Barrel pro Tag betragen. Saudi-Arabien und die von ihr angeführte Opec sehen sich aber auch wiederholten Forderungen von US-Präsident Donald Trump ausgesetzt, für niedrige Ölpreise zu sorgen. Der saudi-arabische Ölminister sagte, die Opec sei darauf vorbereitet, die Konsequenzen zu tragen - egal, ob es zu einer Vereinbarung komme oder nicht.

"Ausreichende Senkung der Förderung wird angestrebt"



Al-Faleh hatte kurz zuvor in Wien gesagt, die Organisation erdölexportierender Länder strebe bei ihrem Treffen am Donnerstag und Freitag eine "ausreichende Senkung" der Förderung an. Händler interpretierten dies als übervorsichtig.

Saudi-Arabien und Russland haben auf Kritik von US-Präsident Donald Trump an einer möglichen Förderkürzung ablehnend reagiert. Russlands Energieminister Nowak sagte am Donnerstag in Moskau, Entscheidungen zur Rohölförderung basierten auf den Marktbedingungen und nicht auf Twitter-Nachrichten. Der saudische Energieminister Chalid Al-Falih sagt, er benötige nicht die Genehmigung einer anderen Regierung, um die Erdölförderung zu kürzen.

US-Präsident Donald Trump ist klar gegen Förderkürzungen
Trump hatte sich am Mittwoch klar gegen Förderkürzungen ausgesprochen. Die Welt wolle und brauche keine höheren Ölpreise, hatte er über den Nachrichtendienst Twitter geäußert. Es war nicht der erste Versuch Trumps, die Förderpolitik der Opec und mit ihr verbundener Staaten wie Russland verbal zu beeinflussen.

Der Energieminister der Vereinigten Arabischen Emiraten, Suhail Al Mazroui, sagte am Donnerstag, dass die Minister ihre technischen Experten um weitere Einschätzungen gebeten hätten. "Wir werden tun, was der Markt von uns erwartet", sagte Mazroui.

Investoren erwarten nach dem Opec-Meeting keine Preisrally
Die Förderkürzungen werden wohl nicht zu einer Preisrally führen, sagte Greg Sharenow, Vizepräsident des Investmentfunds Pimco, am Rande der Opec-Sitzung. "Eine Förderkürzung um rund eine Million Barrel pro Tag ist so etwas wie der goldene Mittelweg - und das könnte im derzeitigen Fall die optimale Lösung sein", sagte Pimco-Vizepräsident Sharenow. Pimco verwaltet unter anderem ein Rohstoffportfolio von rund 15 Milliarden US-Dollar, insgesamt verwaltet der Investmentfonds rund 1,77 Billionen Dollar an Investitionen weltweit.

Der Ölpreis ist nach einer als übervorsichtig eingeschätzten Äußerung des saudi-arabischen Energieministers gesunken. An der Börse in London gab der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar um mehr als vier Prozent nach und sank unter die Schwelle von 60 Dollar. Al-Faleh hatte kurz zuvor in Wien gesagt, die Opec strebe eine "ausreichende Senkung" der Förderung an. Händler interpretierten dies als übervorsichtig.




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Erdöl, OPEC

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Dokument erstellt am 2018-12-06 19:28:46
Letzte Änderung am 2018-12-06 20:58:41


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