Wien. (sei) Bringt 2019 einen Wirtschaftscrash, ist eine sanfte Landung zu erwarten oder wird die Wirtschaft schlicht ein wenig langsamer wachsen als zuletzt?

Erste Asset Management weist im Ausblick darauf hin, dass "eine Reihe von wichtigen Frühindikatoren auf eine graduelle Abschwächung des realen globalen Wirtschaftswachstums hindeuten." Die Weltwirtschaft würde aber auch 2019 mit dem prognostizierten Wert von etwa 3,25 Prozent über dem langfristig zu erwartenden Wert liegen. Zwar sei die Anzahl der Länder mit sinkendem Wachstum gestiegen, aber keine einzige Wirtschaft zeige ein negatives Wachstum seines Bruttoinlandsproduktes (BIP). Die Gefahr einer Rezession im nächsten Jahr sei daher sehr gering, sagt Heinz Bednar, Vorsitzender der Geschäftsführung der Erste Asset Management (Erste AM) bei einem Pressegespräch zum Jahresausblick 2019. Die Chancen für die Anleger auf den internationalen Kapitalmärkten seien nach wie vor "intakt", sagt Bednar.

Die Experten der international agierenden Schweizer Großbank UBS erwarten in ihrem Bericht "The Year Ahead 2019" ein Ende der lockeren Zinspolitik und zugleich ein Ende der Anleihenankaufsprogramme durch die Europäische Zentralbank. Die UBS-Experten erwarten, dass höhere Zinsen für bestimmte hoch verschuldete Unternehmen in China und den USA Probleme mit sich bringen werden. Auch die hohe Staatsverschuldung Italiens ist vor diesem Hintergrund ein Grund zur Besorgnis für die UBS-Experten.

Politisches Störfeuer

Die Unternehmensprofite in den USA werden 2019 um vier Prozentpunkte fallen: 2018 lagen sie mit 21 Prozent des Umsatzes so hoch wie zuletzt im Jahr 2010. Das Ergebniswachstum wird 2019 rund neun Prozent in Emerging Markets und rund fünf Prozent in der Eurozone betragen. Mögliche Störfeuer wie ein Ausufern des Budgetstreites der EU mit Italien, ein harter Brexit (unregulierter Austritt Großbritanniens aus der EU) und ein Ende des "Waffenstillstands" zwischen den USA und China im Handelsstreit könnten erneut zu höheren Volatilitäten führen.

Auch Raiffeisen Chefanalyst Peter Brezinschek sieht für die Finanzmärkte 2019 vor allem politische Unwägbarkeiten als wesentliche Faktoren: "Die Risiken liegen in der Politik, wie im verschärften Protektionismus oder im harten Brexit", sagte Brezinschek bei der Raiffeisen Research-Pressekonferenz zum Ausblick auf das Jahr 2019. Die Analysten der international agierenden britischen Großbank HSBC sehen in ihrer Risikomatrix folgendes Bild: Der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie die politische Unsicherheit sind jene Faktoren, die die Wirtschaft 2019 negativ belasten, ein plötzlicher Inflationsschub in den USA würde die Märkte unvorbereitet treffen und hätte weitreichende Auswirkungen auf die Aktien- und Anleihekurse.

Positive Erwartungen setzen die HSBC-Experten auf einen Aufschwung in den Emerging Markets und steigende Löhne, die wiederum den Wachstumstrend unterstützen würden. Gleichzeitig sei aber auch die Profiterwartung der Unternehmen positiv.