Brüssel/München/Paris. Die EU-Kommission hat die geplante Bahn-Fusion vom deutschen Industriekonzern Siemens und dem französischen Konkurrenten Alstom untersagt. Der Zusammenschluss würde den Wettbewerb etwa bei Hochgeschwindigkeitszügen einschränken, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit.

Die von den beiden Unternehmen angebotenen Abhilfe-Maßnahmen hätten nicht ausgereicht, um die Bedenken auszuräumen. Die EU-Kommission ist das höchste Kartellamt in der Staatengemeinschaft.

Die Hersteller der Hochgeschwindigkeitszüge ICE und TGV wollten mit der im September 2017 verkündeten Fusion dem chinesischen Staatskonzern CRRC besser Paroli bieten, der mit einem Umsatz von umgerechnet 30 Milliarden Euro etwa doppelt so groß ist wie die beiden Europäer zusammen.

Altmaier will mit Paris EU-Wettbewerbsrecht ändern 

Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier will nach dem Nein der EU das europäische Recht ändern. Man bereite eine gemeinsame deutsch-französische Initiative vor, die zu einer zeitgemäßen Anpassung des europäischen Wettbewerbsrechts führen solle, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin.

"Es ist wichtig, dass Europa sich so aufstellt, dass wir unsere Interessen mit Aussicht auf Erfolg in einem marktwirtschaftlichen Wettbewerb in anderen Ländern weltweit vertreten können."

Altmaier hatte sich wie Frankreich für die Fusion der Zugsparten der beiden Unternehmen ausgesprochen, damit diese gegen chinesische Konkurrenz bestehen können. Die Hersteller der Hochgeschwindigkeitszüge ICE und TGV wollten mit der Fusion dem chinesischen Staatskonzern besser Paroli bieten, der mit einem Umsatz von umgerechnet 30 Milliarden Euro etwa doppelt so groß ist wie die beiden Europäer zusammen.