Welche negative Wirkkraft Daten auch haben können, ist spätestens seit dem Skandal um Facebook klar, als Cambridge Analytica Informationen von 87 Millionen Nutzern abgegriffen hatte. Die Datenanalysefirma war auch im US-Präsidentschaftswahlkampf für Donald Trump tätig.

In Europa verhängte die EU-Kommission zwar zwei ihrer drei höchsten Wettbewerbstrafen über Alphabet; über insgesamt 6,7 Milliarden Euro. Doch das ist weniger als dessen operativer Gewinn im vierten Quartal 2018. Die eigentliche Quelle der langfristigen Macht von Gafam lässt die Kommission unangetastet: die Daten.

Vorschläge, um die Marktmacht zu reduzieren

Der IT-Theoretiker Evgeny Morozov schlägt daher vor, die in der EU gesammelten Daten könnten in einem gemeinsamen Speicher landen, der allen Bürgern gehört. Für die Nutzung dieser Daten müssten Unternehmen einen Teil ihrer Gewinne als Gebühren zahlen. Der österreichische Forscher Viktor Mayer-Schönberger meint, Techkonzerne, die mehr als zehn Prozent Marktanteil haben, müssen einen Teil ihrer Daten anderen Firmen anonymisiert zur Verfügung stellen.

Tatsächlich steht zu befürchten, dass die Industrie ihre Stellung ausbaut. Sie kann auf Basis ihres Datenschatzes und dank künstlicher Intelligenz Produkte anbieten, die Staaten interessieren - von der Cybersicherheit bis zum Gesundheitswesen. Diese Angebote wären kostenpflichtig, im Gegensatz zu den Diensten, die Gafam groß gemacht haben.

Wenn aber Staaten auf private Datenbanken zurückgreifen, müssten Bürger wissen, was diese Systeme tatsächlich tun, fordert Angelika Adensamer von der Datenschutzorganisation Epicenter Works. "Wir können die Vorteile von modernen Analysetechniken grundsätzlich gerne nutzen, aber sie dürfen nicht Demokratie und Rechtsstaat ausschalten."