• vom 07.02.2019, 07:00 Uhr

International


Daten-Ökonomie

Gefräßige Datenkraken




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Von Alexander Dworzak

  • Wie Google, Apple, Facebook & Co die Wirtschaft umgeformt haben und den Alltag der Menschen durchdringen.



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© WZ-Collage: Irma Tulek; Quelle: adobe stock 20190206Ich© WZ-Collage: Irma Tulek; Quelle: adobe stock

Wien. Nur zehn Jahre haben die Technologiekonzerne benötigt, um die Liste der weltweit wertvollsten Unternehmen zu dominieren. Ende 2008 rangierte lediglich ein Tech-Vertreter unter den ersten zehn. Sieben von zehn waren es am Ende des vorigen Jahres. An der Spitze lag Microsoft, dicht gefolgt von Apple, Amazon und Googles Mutter Alphabet. Facebook folgte auf Platz fünf. Neben den US-Vertretern zeigten die beiden chinesischen Unternehmen Tencent und Alibaba (Platz sieben und acht), welche Länder in der Daten-Ökonomie das Sagen haben.

In jenen zehn Jahren hat sich auch das Nutzerverhalten komplett gewandelt. Heute surfen wir unentwegt im Internet, teilen Freude und Frust mit Bekannten und Fremden in den sozialen Medien, nutzen Chatdienste, streamen Musik sowie Videos und speichern unsere Daten statt auf lokalen Rechnern in der Cloud, also über ein Netzwerk. Diese Dienste sind zumeist kostenlos, aber nicht umsonst für die Anbieter. "Wir wissen, wo du bist. Wir wissen, wo du warst. Wir wissen mehr oder weniger, was du gerade denkst", sagte Googles früherer Vorstandschef Eric Schmidt.

Weil mithilfe der Datenflut die dominierenden Produkte optimiert werden, beherrschen wenige Anbieter den Markt. 80 Prozent der weltweiten Suchanfragen im Web wickelt Google ab, drei Viertel aller mobilen Chats laufen über Facebook beziehungsweise seine Töchter und mehr als die Hälfte der Produktsuchen werden über Amazon abgewickelt.

Knapp 20 Milliarden Dollar Gewinn in nur einem Quartal

Und das sind nur die Kernfelder der "Gafa-Ökonomie" - ein Akronym aus den Anfangsbuchstaben von Google, Apple, Facebook und Amazon. Gemein ist all diesen Unternehmen, dass sie auf ihren Plattformen Regeln vorgeben und dort eine Brücke zwischen Anbietern und Konsumenten schlagen. Auf diese Weise werden Milliardengewinne eingefahren. Amazon steigerte im vierten Quartal 2018 seinen Gewinn auf 3 Milliarden Dollar, bei Facebook waren es 6,9 Milliarden und bei Alphabet 8,2 Milliarden Dollar. Krösus war Apple, das alleine von September bis Dezember 19,97 Milliarden Dollar Gewinn machte.

Der Konzern mit dem Apfellogo verdankt seinen Erfolg zwar großteils seiner Hardware, dem iPhone, punktet aber wie Google bei Kunden mit Musikvertrieb und Apps - wobei Softwareentwicklern bis zu 30 Prozent der Einnahmen abgeknöpft werden. Google und Facebook vereinen mehr als 60 Prozent der Online-Werbung auf sich. Amazon ist längst nicht nur Nummer eins im elektronischen Handel, sondern auch Marktführer bei Cloud-Computing.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2019-02-06 17:08:55
Letzte Änderung am 2019-02-06 17:55:53



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