Washington. (apa/reuters/sei) US-Präsident Donald Trump sprach nach den Verhandlungen in Washington von einem "sehr guten Wochenende für die Vereinigten Staaten und China". Angesichts der Fortschritte würden die für 1. März angedrohten Strafzölle von 25 Prozent auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar verschoben.

"Unter der Annahme, dass beide Seiten zusätzliche Fortschritte erzielen, werden wir einen Gipfel für Präsident Xi und mich in Mar-a-Lago planen, um ein Abkommen zu schließen", twitterte Trump. In seinem Domizil in Florida hatte er sich schon einmal mit seinem Amtskollegen Xi Jinping getroffen. Bereits im März könnte es nun zur Neuauflage kommen.

Fortschritte in wichtigen Fragen

Es habe Fortschritte quer durch alle Bereiche gegeben, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Beide Seiten hätten in Washington auch das heikle Thema der Umsetzung einer möglichen Vereinbarung diskutiert. Zudem sei es um Zölle und Rohstoffe gegangen. "Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass die USA in unseren Handelsgesprächen mit China erhebliche Fortschritte in wichtigen strukturellen Fragen wie dem Schutz des geistigen Eigentums, dem Technologietransfer, der Landwirtschaft, Dienstleistungen, der Währung und vielen anderen Fragen erzielt haben", twitterte Trump.

Ein Abkommen rücke "näher und näher", betonte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua in einem Kommentar. Bei zentralen Streitpunkten wie Technologietransfers, dem Schutz geistigen Eigentums und Wechselkursen seien "erhebliche Fortschritte" erzielt worden, berichtete Xinhua am Montag.

Zugleich warnte sie aber auch davor, dass die Verhandlungen in der Endphase nochmals komplizierter werden dürften. "Die Entstehung neuer Unsicherheit kann nicht ausgeschlossen werden", betonte Xinhua.

Die chinesische "Global Times" (Huánqiú Shíbào), ein englischsprachiges Blatt, das unter der Schirmherrschaft des Parteiorgans "Renmin Ribao" ("People’s Daily") erscheint, weist in einem Kommentar darauf hin, dass beide Seiten das nun in Griffweite erscheinende Handelsübereinkommen in ihren Ländern verkaufen müssten: "Die Öffentlichkeit darf sich nicht von bestimmten radikalen Positionen täuschen lassen und die Umsetzung des Abkommens blockieren." Angesichts der weitreichenden Implikationen sei es normal, dass es in China unterschiedliche Interpretationen des Handelskriegs und der Handelsgespräche gebe: "Diese unterschiedlichen Meinungen müssen entsprechend diskutiert werden." Die meisten Menschen würden es durchaus verstehen, dass China den USA in manchen Punkten Zugeständnisse machen muss, gleichzeitig sei aber auch klar, dass die USA auf die Interessen Chinas Rücksicht nehmen und Kompromissbereitschaft zeigen müssten.