Leverkusen. Der deutsche Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer hat im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient. Unter dem Strich brach der Gewinn um rund drei Viertel auf 1,7 Milliarden Euro ein, wie der DAX-Konzern am Mittwoch mitteilte. Im vierten Quartal fiel gar ein Verlust in Höhe von 3,9 Milliarden Euro an. Eine Klagewelle in Amerika, Abschreibungen und die Schließung einer Produktionsanlage in Wuppertal im Zuge des im November eingeleiteten Sparprogramms drückten das Betriebsergebnis.

Profitiert hat Bayer von der Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto, die zu einem deutlichen Anstieg des Ergebnisses von fast 30 Prozent in dem Bereich beitrug. In allen anderen Sparten vom Pharmabereich über das Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten bis hin zu den Tierarzneien sank das Ergebnis im Gesamtjahr. Der Umsatz legte um rund 13 Prozent auf 39,6 Milliarden Euro zu, vor Zinsen und Steuern fiel das Plus mit 2,8 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro aber deutlich bescheidener aus.

Für 2019 rechnet der Leverkusener Konzern wieder mit einem währungsbereinigten Umsatzplus von vier Prozent und einem Betriebsgewinn von zwölf Milliarden Euro. Vorstandsvorsitzender Werner Baumann zeigte sich überzeugt, dass Bayer die richtigen Weichen gestellt hat: "Dadurch werden wir fokussierter, schlagkräftiger, agiler und wettbewerbsfähiger."

Der US-Rechtsstreit um mögliche Krebsgefahren glyphosathaltiger Produkte der Bayer-Tochter Monsanto birgt allerdings finanzielle Risiken. In den USA ist Bayer mit immer mehr Klagen wegen des von Monsanto entwickelten Unkrautvernichters konfrontiert: Die Zahl stieg inzwischen auf etwa 11.200 nach zuletzt mehr als 9.300. Der erste wegweisende Prozess begann am Montag in San Francisco.