Wie geht es nun weiter? Die Europäische Zentralbank EZB lässt den Leitzins bisher weiterhin auf null. Sie bemängelt auch, dass die Inflation im Euroraum noch nicht bei den knapp zwei Prozent ist, die als stabil für die Wirtschaft angesehen werden.

Aber hat es nicht Stimmen gegeben, die befürchteten, durch die Ausweitung der Geldmenge wäre eine gewaltige Inflation unvermeidlich? "Wir warten noch immer auf diese Inflation", sagt Müller. Aber: "Wir glauben nicht, dass sie noch kommt."

Das liege an verschiedenen Gründen: Die strukturellen Probleme in den Industrienationen seien nicht vom Tisch. Die neuen Arbeitsplätze entstehen nicht in den Hochlohn-Sektoren. Es gibt deswegen keinen Lohndruck. Auf der anderen Seite sorgen Unternehmen wie Amazon für einen Preisdruck. Deswegen drehe sich in Europa die Inflationsspirale nicht nach oben. Für 2019 nimmt die Deutsche Bank 1,4 Prozent Inflation in der Eurozone an. In den USA könnten es immerhin 2,1 Prozent sein.

Ist die Eurozone damit in der Nähe eines Japan-Szenarios, also Jahre der Deflation? Nein, glaubt Müller. Denn Europa hat gegenüber Japan (noch) zwei Vorteile: Zuwanderung und eine Bevölkerung, die verglichen mit der von Japan jung ist.

Kurzfristige US-Anleihen auf einmal wieder attraktiv

Die USA schneiden bei der wirtschaftlichen Entwicklung am besten ab. Wie auch das US-Handelsministerium am Donnerstag bekanntgab, erlebte die US-Wirtschaft 2018 das stärkste Wachstum seit drei Jahren. Das Bruttoinlandsprodukt stieg um 2,9 Prozent.

Das Wachstum werde sich zwar nicht halten (die Deutsche Bank prognostiziert für 2019 nur noch 2,6 Prozent) in den USA, aber es ist deutlich höher als in der Eurozone (die 2019 nur mit 1,3 Prozent wachsen werde).

Nachdem die Aktienmärkte nicht mehr so viel abwerfen und sich gerade die USA so robust entwickeln, empfiehlt die Deutsche Bank "das erste Mal seit zehn Jahren" wieder den Ankauf von Staatsanleihen. Und zwar genau genommen den Ankauf von kurzfristigen festverzinsliche US-Staatsanleihen, die als sicherere Veranlagung gelten.