"Ein gewisses Sprachgefühl hilft natürlich beim Knüpfen von Kontakten - must ist es aber keins", erklärt Röhrenbacher im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".

Englisch ist unverzichtbar

Peter Pendl von Pendl & Piswanger sieht das differenzierter: Österreich sei "Brückenkopf zu Osteuropa", Ostsprachen seien vermehrt gewünscht, auch wenn sie noch eine eher untergeordnete Rolle spielen - obwohl die EU-Erweiterung bevorsteht und österreichische Unternehmen seit 1998 kräftig in Osteuropa investieren: 2001 betrugen die Direktinvestitionen rund 2,6 Mrd. Euro, 2002 dürften diese weiter angestiegen sein. In den Personalabteilungen österreichischen Unternehmen ist man bezüglich Ostsprachen geteilter Meinung: MitarbeiterInnen der Erste Bank sollten sehr wohl Kenntnisse in der Sprache des jeweiligen Arbeitsgebietes in einem Reformland haben - wie etwa Tschechisch für Prag.

Neben Englisch gebe es für die MitarbeiterInnen im Allgemeinen aber keine Notwendigkeit zur Kenntnis einer weiteren Sprache, erklärt Hana Cygonkova von der Erste Bank.

Kenntnisse Job-entscheidend

Margit Schmid-Weihs von der BA-CA betont hingegen: "Ostsprachen haben mittlerweile einen sehr hohen Stellenwert."

Auf den Job entscheidenden Punkt bringt es Pendl: "Gibt es mehrere Bewerber für eine Stelle, so macht eben derjenige, der eine Ostsprache vorweist, das Rennen."

Wenn für MitarbeiterInnen eines Betriebes eine sprachliche Fortbildung nötig ist, tragen zumeist die Unternehmen die dafür anfallenden Weiterbildungskosten. Voraussetzung für die Sprachweiterbildung etwa bei IBM ist die Absolvierung während der Freizeit.

Bei IBM und Erste Bank holen die MitarbeiterInnen bei Bedarf selbst Informationen über das Sprach-Lehrangebot ein. In der Bank Austria-Creditanstalt kümmert sich eine eigene Mitarbeiterin um entsprechende Informationen für die Weiterbildungswilligen.