Die italienische Regierung plant offenbar, sich an Chinas riesigem Infrastrukturprojekt der Neuen Seidenstraße zu beteiligen. Dieses Vorhaben könnte Italien interessante Möglichkeiten eröffnen, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Freitag bei einer außenpolitischen Konferenz in Rom.

Der Regierungschef bekräftigte, er könnte schon bald eine entsprechende Vereinbarung mit Chinas Präsidenten Xi Jinping unterzeichnen. Xi wird am 22. März in Italien erwartet. Conte wies Befürchtungen zurück, dass die geplante Kooperation Italien Nachteile im Verhältnis zu den USA einbringen könnte. Einem Medienbericht zufolge wurde aus dem US-Präsidialamt bereits Kritik an dem angepeilten Engagement der Italiener laut.

Mit ihrem 2013 verkündeten Seidenstraßen-Projekt knüpft die Volksrepublik an die historische Handelsroute aus der Antike und dem frühen Mittelalter an. China errichtet dabei Straßen- und Schienenverbindungen, die nach den Vorstellungen der Pekinger Führung den Handel innerhalb Asiens sowie mit Europa und Afrika ankurbeln sollen.

Doch das Vorhaben, das auch einen Schienenstrang nach Ostösterreich bringen könnte, ist nicht unumstritten: Kritiker aus dem Westen befürchten, dass China damit lediglich seinen Einfluss auf die Weltwirtschaft ausweiten will. Conte räumte am Freitag ein, dass bei einer Kooperation Sicherheitsbedenken gegenüber den chinesischen Technologiefirmen Huawei und ZTE ernst genommen werden müssten.

(APA)