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San Francisco. (reuters) Bayer hat in einem wegweisenden US-Prozess um das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat eine herbe Niederlage erlitten. Die Geschworenen in San Francisco befanden einstimmig, dass das Mittel Roundup der Bayer-Tochter Monsanto einen "erheblichen Faktor" bei der Entstehung der Krebserkrankung des Klägers Edwin Hardeman ausgemacht habe. Damit startet der Prozess nun vor der selben Jury in die zweite Phase, in der es um die Frage der Verantwortlichkeit des Konzerns und eventuelle Schadenersatzansprüche geht.

Bayer drohen hohe Kosten. In den USA sieht sich der Konzern bereits mit mehr als 11.200 Klägern wegen Glyphosat konfrontiert. Zum zweiten Mal hat nun eine Jury das Herbizid als mitverantwortlich für die Krebserkrankung des Klägers gesehen - die Prozesswelle gegen das Unternehmen dürfte dadurch weiter an Fahrt gewinnen.

Verunsicherung an der Börse

An der Börse sorgten die Nachrichten am Mittwoch für große Verunsicherung. Bayer-Aktien fielen um bis zu zwölf Prozent und steuerten auf den größten Tagesverlust seit 16 Jahren zu. Damit schrumpfte der Börsenwert des Leverkusener Konzerns um etwa 7,5 Milliarden Euro. Seit dem ersten Glyphosat-Urteil im August 2018 büßte Bayer knapp 30 Milliarden Euro ein. Analyst Markus Mayer von Baader Helvea sprach von einem schweren Rückschlag. Damit steige die Wahrscheinlichkeit, dass Bayer diesen Prozess verlieren wird. Mit den Kursverlusten erhöhe sich zudem das Risiko, dass das Unternehmen ein Spielball von aktivistischen Investoren oder sogar ein Übernahmeziel werden könnte.

Insidern zufolge ist der aktivistische US-Hedgefonds Elliott bereits vor längerem bei Bayer eingestiegen, noch liegt der Anteil aber unter der meldepflichtigen Schwelle von drei Prozent. Der Fond von Milliardär Paul Singer ist gefürchtet und hat schon vielen Managern Beine gemacht. Was er bei Bayer im Schilde führt, ist bisher unklar.

Konzern "zuversichtlich"

Das Unternehmen äußerte sich enttäuscht über die Entscheidung der Jury. Bayer sei "weiterhin fest davon überzeugt, dass die vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse bestätigen, dass glyphosatbasierte Herbizide keinen Krebs verursachen." Bayer stehe hinter den Roundup-Produkten und werde sie "entschieden verteidigen." Zulassungsbehörden weltweit bewerteten Glyphosat bei sachgemäßer Anwendung als sicher. Der Konzern sei zuversichtlich, "dass die Beweise in der zweiten Phase des Prozesses zeigen werden, dass Monsantos Verhalten angemessen war und das Unternehmen nicht für die Krebserkrankung von Herrn Hardeman haftbar gemacht werden sollte."