Dubai/Kuwait. Die US-Sanktionen treiben dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge die Lebenshaltungskosten im Iran massiv in die Höhe. Die Teuerungsrate könne in diesem Jahr auf 40 Prozent steigen, sagte der IWF am Montag voraus. Die erneute Verhängung von Sanktionen und die Aufhebung der Ausnahmeregelungen bei den Öl-Exporten "werden sich eindeutig negativ auf die iranische Wirtschaft auswirken, sowohl was das Wachstum als auch was die Inflation angeht", sagte der für die Region zuständige IWF-Experte Jihad Azour der Nachrichtenagentur Reuters. "Die Inflation könnte in diesem Jahr 40 Prozent oder sogar mehr erreichen." Das Bruttoinlandsprodukt dürfte um rund sechs Prozent schrumpfen, nachdem die Wirtschaftsleistung bereits 2018 um 3,9 Prozent gesunken war.

Ein Grund für die Inflation ist auch die schwache Landeswährung Rial. Diese wertete im vergangenen Jahr um mehr als 60 Prozent ab, was Importe verteuert. Der offizielle Wechselkurs zum Dollar liegt bei 42.000 Rial, während die Devisenwebsite Bonbast.com ihn bei 144.000 führt. Der Iran sollte daran arbeiten, diese Lücke zu beseitigen, sagte IWF-Experte Azour. "Durch die Angleichung der Markt- und Leitkurse wird die Inflation gebändigt und kontrolliert und der Druck auf den Wechselkurs verringert."

Iran droht wichtige Handelsstraße zu sperren

Kuwait hat sich unterdessen besorgt über die Drohung des Iran geäußert, im Konflikt mit den USA, welche den iranischen Ölexport torpedieren, die für den Schiffsverkehr wichtige Straße von Hormuz zu sperren. "Wir betrachten diese Drohungen mit Sorge und hoffen, dass unsere Region von diesen Spannungen verschont bleibt", zitierte die Nachrichtenagentur Kuna am Sonntag den Vize-Außenminister Khaled al-Jarallah.

Die iranischen Revolutionsgarden, die zweite Säule der Armee, hatten zuvor eine Blockade des strategisch wichtigen Seeweges am Ausgang des Persischen Golfs ins Gespräch gebracht. Vorausgegangen war die Aufforderung der USA an andere Länder, den Kauf iranischen Erdöls bis Mai zu stoppen. Andernfalls würden sie Sanktionen unterliegen. Die USA hatten nach ihrem einseitigem Austritt aus dem internationalen Atom-Deal mit Teheran Ölkäufe im Iran vergangenes Jahr erneut mit Sanktionen belegt. Den größten Ölkunden des Landes - die meisten davon in Asien - aber für weitere sechs Monate begrenzte Importe gestattet. Diese Ausnahmen sollen Anfang Mai enden.

US-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen Jahr das internationale Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt und neue Sanktionen verhängt. Sie zielen unter anderem auf die für den Iran wichtigen Einnahmen aus dem Öl-Geschäft ab. Trump will die Führung in Teheran damit zu Neuverhandlungen über ein strengeres Abkommen über ihr Atom- und Raketenprogramm zwingen. Zunächst galten für die Sanktionen noch Ausnahmen für einige Öl-Abnehmerländer wie China. Am Ostermontag kündigte die US-Regierung dann an, diese bis Mai zu streichen. (apa, Reuters)