München. Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser spaltet den Münchner Industriekonzern auf. Das Geschäft mit der Energiebranche soll abgespalten und im kommenden Jahr eigenständig an der Börse gelistet werden, wie Siemens am Dienstagabend mitteilte. Damit trennt sich der Konzern von rund einem Drittel seines Umsatzes und knapp einem Viertel seiner 380.000 Mitarbeiter zählenden Belegschaft.

"Wir zerschlagen nichts, wir sorgen für neue Perspektiven", sagte Kaeser. Er will den Konzern ganz auf Technologie ausrichten: Kerngeschäft seien künftig die Automatisierung von Fabriken (Digital Industries) und die Vernetzung von Gebäuden, Städten und Ländern (Smart Infrastructure). In den beiden Bereichen und in der Verwaltung sollen aber zunächst rund 10.000 Stellen gestrichen werden.

Die Abspaltung der Sparte Gas & Power in eine eigenständige börsennotierte Gesellschaft ist der größte Einschnitt, den der umtriebige Siemens-Chef vollzieht. Auch die Beteiligung von 59 Prozent an der spanischen Windkraft-Tochter Siemens Gamesa soll an die ausgegliederte Firma abgegeben werden, die damit auf 27 Milliarden Euro Umsatz und 88.000 Mitarbeiter kommt.

Arbeitnehmer stimmen zu

Die Arbeitnehmervertreter tragen die Abspaltungspläne mit. "Es entsteht ein Unternehmen, das trotz mancher Unwägbarkeiten insgesamt die besseren Perspektiven für die Beschäftigten bietet", sagte Jürgen Kerner von der Gewerkschaft IG Metall, der auch im Siemens-Aufsichtsrat sitzt. Siemens-Betriebsratschefin Birgit Steinborn sagte, der Energie-Bereich habe keine Zukunft.