Volkswagen und Ford
wollen zusammenarbeiten

Gleichzeitig setzt das Unternehmen vermehrt auf emissionsfreie Pkw. So sollen 11 Milliarden Dollar in 24 neue Hybridmodelle und 16 Elektroauto-Typen investiert werden. Eine Kooperation mit Volkswagen wird angestrebt. Eine Allianz soll auch für die gemeinsame Entwicklung von selbstfahrenden Autos aufgebaut werden.

Doch die Bundeshauptstadt ist nicht nur ein Beispiel für verlorene Arbeitsplätze im Bereich Mobilität. Während Sozialpläne für die entlassenen Ford- und Opel-Mitarbeiter verhandelt werden, sind die Auftragsbücher von Unternehmen voll, die nicht auf die Herstellung von Privatautos setzen, sondern auf shared mobility (geteilte Mobilität). Dazu gehören neben selbstfahrenden Uber-Taxis und Carsharing auch öffentliche Verkehrsmittel.

Von Schweißgeräten sprühen Funken durch die Luft, überdimensionale Kräne befördern Stahlskelette, Arbeiter mit Schutzbrillen und Sicherheitsschuhen hämmern mit lauten Schlägen auf Metall. Etwa 1300 Menschen arbeiten hier, so viele wie noch nie in der 180-jährigen Geschichte des Simmeringer Siemens-Werks in der Leberstraße 34. Anders als die Wiener Opel- und Ford-Standorte gehört es zu den Gewinnern der Mobilitätswende. In den großflächigen Hallen entstehen dutzende Garnituren, die einmal als Metros in Den Haag, Riad, Bangkok oder Nürnberg fahren werden.

Wie bei den Pkw geht auch bei den Öffis der Trend in Richtung fahrerlos. So testet Siemens mit den Wiener Linien einen selbstfahrenden Bus in Aspern. Wie es der Zufall so will, dreht der Bus seine Runden ausgerechnet vor dem Opelwerk. Der Bus soll in ein paar Wochen, am 6. Juni, im Testbetrieb eingesetzt werden und zehn Haltestellen anfahren. Auch die derzeit in Bau befindliche U-Bahnlinie U5 wird von Siemens gefertigt und ohne Fahrer in fünf Jahren in Betrieb gehen.

- © Wiener Linien / Helmer
© Wiener Linien / Helmer

Doch es gibt auch bei Siemens Probleme beim Thema Mitarbeiter. Im Gegensatz zu Opel oder Ford müssen sie jedoch nicht gekündigt werden, sondern werden händeringend gesucht. "Es ist aktuell schwierig, sehr gute Facharbeiter wie zum Beispiel Schweißer zu finden", sagt Andreas Schwendemann, Vertriebsleiter der Sparte Nahverkehr. Auch die Suche nach Ingenieuren, Mechanikern und Technikern ist alles andere als einfach.

Roboter stillen Bedarf an Arbeitskräften

Um den Bedarf an Arbeitskräften zu stillen, setzt das Unternehmen auf Automatisierung innerhalb des Betriebs. Schwendemann zeigt auf Lasermesseinrichtungen, Luftkissen, auf denen die Waggons durch die Halle transportiert werden. "Lange Schweißnähte werden von einem Roboter genäht", erklärt er. "Nur dort, wo der Roboter schlecht hinkommt, wird von Hand gearbeitet."