Paris. Vor einem Jahr sah Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Weltwirtschaft im Aufwind. Das Wachstum lag mit fast 4 Prozent nahe dem langfristigen Durchschnitt vor der Finanzkrise.

Die OECD  hatte allerdings schon damals vor negativen Folgen gewarnt, falls die damals noch frischen Handelskonflikte etwa zwischen den USA und der EU und China weiter eskalieren sollten. Die könne das Wirtschaftswachstum deutlich bremsen, befürchtete die OECD.

Doch bekanntlich verhallten die Kassandra-Rufe der OECD ungehört. Die Handelskonflikte, speziell jene zwischen den größten Volkswirtschaften der Welt, nämlich den USA und China eskalierte zuletzt in Monatsschritten.

"Diese Handelskonflikte machen sich bemerkbar. Das globale Wachstum wird sich dieses Jahr auf nur noch 3,2 Prozent verlangsamen. 2020 soll es wieder ein wenig an Fahrt aufnehmen mit 3,4 Prozent. Das ist aber noch immer deutlich unter den Wachstumsraten, die wir in den vergangenen drei Dekaden gesehen haben, oder auch noch zuletzt 2017 und 2018", schreibt die OECD in ihrem Economic Outlook, den sie am Dienstag in Paris vorgestellt hat.

Während das Wachstum in den vergangenen 18 Monaten global halbwegs gleichförmig verlaufen ist, so tun sich inzwischen wieder Gräben auf: Je nachdem, wie stark ein Land oder Sektor von Handel abhängig ist, desto mehr laufe man Gefahr, ins Hintertreffen zu gelangen.