Wien. Der Ökonom und Nobelpreisträger Joseph Stieglitz sprach auf dem Kongress der europäischen Gewerkschaften in Wien über die Zukunft der

"Wir müssen aus den Fehler der Vergangenheit lernen", meinte Joseph Stieglitz vor den versammelten Arbeitnehmervertretern aus ganz Europa im vollen Saal der Messe Wien am Mittwoch."Es ist wichtig, dass wir neue Technologien so managen und dahingehend nutzen, dass sie den Menschen helfen und nicht Jobs kosten und Arbeitnehmer ersetzen."

"Der Neoliberalismus ist gescheitert"

Viel Applaus erntete der Nobelpreisträger als er sagte: "Der Neoliberalismus ist gescheitert. Wir müssen nach 40 Jahren nun umdenken und ein neues Modell starten." Ungleichheiten müssen beseitigt werden, Inklusion sei ein wesentliches Element in der Ökonomie und die Gewinne müssten fair geteilt werden.  "Es bedarf neuer ökonomischer Regeln, die die sicherstellen, dass die Gewinne geteilt werden - und das fair. Denn eines ist eindeutig: Ungleichheit unterminiert die Demokratie." Aus Sicht von Stieglitz bedarf es einer großen, internationalen Anstregung um die ökonomische Zukunft - "der Name ist egal, wir könnten progressiver Kapitalismus sagen" - jetzt neu zu gestalten.

"Man muss die Herausforderungen angehen und wir brauchen alleunsere Ressourcen", so Stieglitz. "Es bedeutet, dass die Menschen, die diskriminiert sind oder derzeit nicht am Arbeitsmarkt vertreten sind, mit einbezogen werden müssen. Die Integration von Menschen amArbeitsmarkt - eine inklusive Wirtschaft, das gab es auch nach dem 2. Weltkrieg, und das hatdie Gesellschaft damals verändert. Und auch jetzt muss eine drastische Veränderung stattfinden. 

Heftige Kritik gab es von Stieglitz in Richtung der Online-Riesen Apple, Google und Co. "Diese Konzenre haben Milliarden Gewinne gemacht und dann gemeinsame Absprachen getroffen, um die Löhne gering zu halten."