Wien/Lausanne. Nach einem klaren Sprung nach vorne im vergangenen Jahr ist Österreich im internationalen Wettbewerbsranking der Schweizer Wirtschaftshochschule IMD (International Institute for Management Development) 2019 um einen Platz nach hinten gerutscht. Das Land rangiert nun auf Platz 19 von 63, nach Platz 18 im Vorjahr. 2018 hatte Österreich noch klare sieben Plätze aufholen können.

Das IMD-Ranking, das seit 1989 jedes Jahr erscheint und mittlerweile 63 Länder beinhaltet, analysiert vier Kategorien: wirtschaftliche Entwicklung, Effizienz der Regierung, wirtschaftliche Effizienz der Unternehmen und die Qualität der Infrastruktur. Insgesamt fließen 235 Indikatoren in die Bewertung ein, diese bestehen sowohl aus "harten" Statistiken - beispielsweise zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) oder Arbeitslosenzahlen - als auch aus "weichen" Umfragedaten zu sozialem Zusammenhalt oder Korruption.

Singapur verdrängt die USA

Die jüngsten politischen Erschütterungen in Österreich im Zusammenhang mit der Absetzung der Regierung sind noch nicht erfasst.

Laut den IMD-Daten konnte Österreich die größten Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahr beim Budgetdefizit, der realen Steuerbelastung und dem Staatshaushalt erzielen. Verschlechterungen gab es dagegen vor allem in den Kategorien Währungsstabilität und reale Bruttoanlageinvestitionen. In die Top-10 schaffte es das Land in den beiden Unterkategorien Gesundheit und Umwelt (Platz 9) und Management-Praktiken (Platz 10). Die Steuerpolitik lässt dagegen weiterhin zu wünschen übrig: Hier liegt Österreich auf Rang 61 und damit auf dem drittletzten Platz, nach Rang 60 im Vorjahr. Die größten Herausforderungen für das heurige Jahr sieht IMD im Fachkräftemangel, im Ausbau der digitalen Wirtschaft sowie in den weiterhin ausständigen Reformen des Pensions- und Gesundheitssystems.

Angeführt wird das Ranking von Singapur. Das Land konnte sich von Platz drei auf den ersten Rang vorarbeiten und die USA damit von der Spitze verdrängen. Singapur profitierte vor allem von seiner guten technologischen Infrastruktur, dem Zugang zu Fachkräften und vorteilhaften Einwanderungsbestimmungen, während die USA unter Dollarschwankungen, schwächeren Exporten von Technologieprodukten und höheren Spritpreisen gelitten hat, so die Einschätzung von IMD. Die USA ist heuer auf Platz drei zurückgerutscht. An zweiter Stelle liegt Hongkong.

Während es in vielen asiatischen Nationen in puncto Wettbewerbsfähigkeit weiter bergauf geht, kämpfen die europäischen Länder mit Stagnation und Rückgängen. Die traditionell wirtschaftsstarken skandinavischen Länder konnten in diesem Jahr keine signifikanten Fortschritte machen, während Großbritannien von Unsicherheiten rund um den Brexit gehemmt wurde und von Platz 20 auf 23 zurückgefallen ist, hieß es in der Aussendung der IMD. Den größten Rückfall erlebte übrigens Portugal: Das Land verlor sechs Ränge und liegt nun nur noch auf dem 39. Platz.