Wien/San Francisco/Seattle. Digitale Plattformen wie Airbnb, Amazon und Uber haben in den vergangenen Jahren weltweit die Wirtschaft verändert. Die Arbeitsbedingungen bei Plattform-Firmen stehen aber oftmals in der Kritik. Als Alternative zu den großen Plattform-Giganten plädiert der US-Wissenschaftler Trebor Scholz von der New School New York für die Gründung von digitalen Genossenschaften.

Firmen wie der Fahrdienstvermittler Uber seien keine Tech-Plattform, sondern vielmehr ein Arbeitskräftevermittler, sagte Scholz. Beim Plattform-Cooperativismus gehe es um soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und Mitbestimmung. Das Universitätsinstitut, wo Scholz arbeitet, hat international bereits mehr als 280 Projekte gezählt, die als digitale Kooperative firmieren. Für den Wissenschafter sollten auch die Konsumenten Teil der Genossenschaft werden. Er sieht große Möglichkeiten im Bereich Haushaltsdienstleistungen und Pflege. Dort passiere derzeit vieles im Graubereich.

Den Vormarsch der Plattformen "verlangsamen"

Scholz empfiehlt der Politik, den Vormarsch der großen Plattformen "etwas zu verlangsamen". Dann gebe es mehr Raum für alternative Anbieter. Derzeit würden etwa Investoren die nicht kostendeckenden Fahrpreise bei Uber subventionieren, so der Wissenschafter. Sollte Uber in manchen Gegenden eine Monopolstellung erreichen, dann würde man wohl die Preise erhöhen.

Am Freitag findet die Tagung "Arbeit neu denken" an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Wien statt. Die Konferenz wurde initiiert von der solidarökonomischen Genossenschaft Smart in Kooperation mit der Universität und dem Österreichischen Genossenschaftsverband ÖGV.(apa)