Washington. Der Handels- und Grenzstreit zwischen Mexiko und den USA stand am Freitag, weniger als 72 Stunden vor dem möglichen Inkrafttreten von Zöllen auf US-Importe aus Mexiko, weiter auf des Messers Schneide. US-Präsident Donald Trump sieht in letzter Minute nun doch noch "gute Chancen", sich mit Mexiko auf einen Deal zur Abwendung von Strafzöllen einigen zu können.

Als Bedingung müsste Mexiko auf hohem Niveau Agrarprodukte von den USA kaufen, schrieb Trump am Freitag auf Twitter, als er sich an Bord der Air Force One auf dem Rückflug von Irland in die USA befand. Andernfalls würde er seine Drohung wahr machen und alle Importe aus Mexiko von Montag an mit Zöllen in Höhe von fünf Prozent belegen.

USA exportieren bereits viele Produkte nach Mexiko

Mexiko importiert ohnehin bereits große Mengen an Agrarprodukten aus den USA. Beide Länder sind im gegenseitigen Handel extrem stark miteinander verflochten. Mexiko zählt gemeinsam mit China und Kanada zu den größten Handelspartnern der Vereinigten Staaten.

Trump hatte seine Zoll-Androhung bisher stets davon abhängig gemacht, wie stark Mexiko auf US-Forderungen bezüglich der Grenzsicherung eingeht. Mexiko hatte daraufhin erhebliche Zugeständnisse gemacht, unter anderem die Abordnung von 6.000 Soldaten zur zusätzlichen Sicherung der Südgrenze in Richtung Guatemala.

Eine Lösung zeichnete sich dennoch zunächst nicht ab. Die Position der USA habe sich nicht verändert, auch wenn bei den Gesprächen Fortschritte erzielt worden seien, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders. Bisher sei der Stand weiterhin, dass die Zölle am Montag in Kraft treten, sagte sie nach Angaben von mitreisenden Reportern vor dem Rückflug aus Irland nach Washington.

"Stand jetzt treten die Zölle am Montag in Kraft"

Der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard hatte laut Medienberichten am Donnerstag (Ortszeit) erklärt, bei den Gesprächen in Washington sei bisher keine Einigung erzielt worden. Auch nach Angaben von US-Vizepräsident Mike Pence hatten die Gespräche am Donnerstag nicht zu einer Lösung geführt: "Stand jetzt treten die Zölle am Montag in Kraft." Am Freitag wurde in Washington weiter beraten.

Der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador kritisierte die Vermischung von Themen. "Leider wird das Thema der Migration mit dem Handel vermengt", sagte der Staatschef am Freitag.